Innovationsquartier Wittenberge: Umbau für Landesgartenschau 2027 schreitet voran
Das „Innovationsquartier“ auf dem Külzberg in Wittenberge entwickelt sich zu einem zentralen Projekt der Landesgartenschau 2027. Der Plattenbau aus den späten 1960er-Jahren wird derzeit umfassend saniert und umgestaltet, um als Modell für die Umnutzung alter Wohngebäude zu dienen. Zugleich plant die Stadt, die angrenzende Brachfläche naturnah zu gestalten, die durch den Abriss zweier Wohnblöcke entstanden ist.
Fortschritte auf der Baustelle: Dach und Technik im Fokus
In den vergangenen Wochen war auf dem Baugrundstück in der Straße der Einheit 20-26 ein großer Kran im Einsatz. Marcel Elverich, Vorstandsvorsitzender der Wohnungsgenossenschaft Elbstrom, berichtet, dass das Dach aktuell neu eingedeckt wird. Alle vorbereitenden Arbeiten sind abgeschlossen, und sämtliche technische Anlagen wie Stromversorgung, Heizungen oder Sanitäreinrichtungen werden aus dem Gebäude entfernt.
Das Ziel ist es, den Umbau bis zur Eröffnung der Landesgartenschau am 21. April 2027 so weit voranzutreiben, dass Besucher das Gebäude besichtigen können. Die endgültige Fertigstellung ist für Juli 2027 geplant, wobei die neuen Mieter erst nach dem Ende der Gartenschau einziehen werden.
Neue Wohnkonzepte: Von 32 auf 22 Einheiten
Der Wohnblock wird komplett umgebaut, um zeitgemäße Wohnformen zu schaffen. Aus bisher 32 Einheiten entstehen 22 neu konzipierte Wohnungen, die als Zwei- bis Vier-Raum-Wohnungen gestaltet werden. Im Erdgeschoss und ersten Obergeschoss werden fünf Maisonette-Wohnungen für Familien eingerichtet, die sich über zwei Etagen erstrecken.
Weitere Maßnahmen umfassen:
- Energetische Sanierung mit aufgedoppelter Wärmedämmung, wobei die alte Dämmung erhalten bleibt, da kein Asbest gefunden wurde.
- Einbau von Aufzügen für Barrierefreiheit.
- Balkone für alle Wohnungen, Fußbodenheizung und neue Außenanlagen.
Gemeinschaftsflächen: Dachterrasse und Nachbarschaftstreff
Ein zentraler Aspekt des Projekts ist die Förderung von Gemeinschaft. Im Erdgeschoss wird der bestehende Nachbarschaftstreff von der Ecke Dr.-Külz-Straße/Gehrenweg in das Gebäude verlegt. „Damit schaffen wir eine Verbindung zwischen dem Nachbarschaftstreff und der angrenzenden Grünanlage“, erklärt Marcel Elverich. Auch die Sozialarbeiterin der Genossenschaft erhält hier bessere Arbeitsbedingungen.
Im Dachgeschoss ist eine Gemeinschaftsterrasse für die Mieter vorgesehen, die als Ort der Begegnung dienen soll. „Das wird ein spannendes Erlebnis, wie die Bewohner interagieren“, so Elverich. Die Hälfte der Wohnungen wird an Personen mit Wohnberechtigungsschein vergeben, mit Mieten von sechs Euro pro Quadratmeter, während die anderen Wohnungen bis zu 7,50 Euro kosten.
Finanzierung: Fördergelder vom Land Brandenburg
Für das Innovationsquartier hat der scheidende Brandenburger Infrastrukturminister Detlef Tabbert (parteilos) im November 2025 einen Fördervertrag mit der Stadt und der Genossenschaft unterzeichnet. Die Investitionsbank des Landes Brandenburg (ILB) gewährt der WG Elbstrom ein zinsloses Baudarlehen über drei Millionen Euro aus der Wohnraumförderung, das innerhalb von zehn Jahren zurückgezahlt werden soll.
Zusätzlich fließen 1,3 Millionen Euro als Zuschüsse und 2,25 Millionen Euro aus der Städtebauförderung. Die Gesamtkosten des Projekts belaufen sich auf rund 8,2 Millionen Euro, was die Bedeutung dieses Modellquartiers für die regionale Entwicklung unterstreicht.



