Verkehrslärm in Malchin: DDR-Block steht halb leer - Abriss könnte bis 2033 dauern
Malchin: Verkehrslärm treibt Mieter aus DDR-Block - Abriss ungewiss

Verkehrslärm in Malchin: DDR-Block steht halb leer - Abriss könnte bis 2033 dauern

Ein markanter DDR-Wohnblock in Malchin, der das Stadtbild an der wichtigen Postkreuzung prägt, verzeichnet einen dramatischen Leerstand. Von den insgesamt 48 Wohnungen in der Karl-Dressel-Straße 27 bis 47, direkt am historischen Kalenschen Tor gelegen, steht mittlerweile jede zweite Einheit leer. Der Grund dafür ist vor allem der permanente Verkehrslärm, der von der stark befahrenen Bundesstraße ausgeht, die täglich unzählige Autofahrer an dem Gebäude vorbeiführt.

Kommunaler Vermieter prüft Abriss - Fördermittel gesucht

Die kommunale Wohnungsgesellschaft Wogema erwägt nun den vollständigen Abriss des problematischen Wohnblocks. Allerdings sucht das Unternehmen noch nach finanziellen Fördermöglichkeiten, da es die Kosten alleine nicht stemmen kann. Wogema-Geschäftsführer Ivo Fischer betont, dass ein Rückbau seit längerer Zeit geprüft wird und der Block im städtischen Abriss- und Rückbaukonzept Priorität genießt. Das Gebäude gilt seit Jahren als städtebaulicher Missstand, der nicht nur optisch, sondern auch aufgrund der Lärmbelastung als unattraktiv eingestuft wird.

Ein konkreter Zeitplan für den Abriss steht noch nicht fest. „Bestenfalls könnte es 2027 so weit sein, aber realistischerweise kann der Prozess auch noch bis zu sieben Jahre dauern“, schätzt Fischer. Das bedeutet, dass der Einsatz der Abrissbagger möglicherweise erst im Jahr 2033 erfolgen könnte. In der Zwischenzeit bleibt der Leerstand wahrscheinlich hoch, da die Wohnungen aufgrund der verkehrsreichen Lage schwer zu vermieten sind.

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Historischer Hintergrund und gescheiterte Alternativvorschläge

Der Wohnblock stammt aus der DDR-Zeit und wurde errichtet, als dringender Wohnraumbedarf bestand – trotz der bereits damals verkehrsreichen Lage an der Postkreuzung. Heute gilt die Adresse in der Stadtplanung als Problemstandort, der dringend einer Lösung bedarf. Ende 2023 hatte Fischer einen alternativen Vorschlag gemacht: Einzelne Aufgänge des Blocks sollten als Gemeinschaftsunterkunft für Flüchtlinge genutzt werden. Dieser Vorschlag entstand im Kontext von Debatten um den Umbau des benachbarten Postgebäudes zum Asylbewerberheim und mögliche Wohncontainer auf dem Posthof.

Fischer wollte damit verhindern, dass der denkmalgeschützte Posthof mit Containern verschandelt wird. Allerdings fand sein Vorschlag weder bei den Stadtvertretern noch beim Landkreis Mecklenburgische Seenplatte Zustimmung. Die inzwischen in Betrieb genommene Flüchtlingsunterkunft in der Post hat nach Einschätzung der Wogema keinen spürbaren Einfluss auf den Leerstand im Wohnblock. Die Situation bleibt somit unverändert kritisch.

Zukunft des Grundstücks und Maßnahmen für verbleibende Mieter

Für das Grundstück, auf dem der Wohnblock steht, gibt es derzeit keine konkreten Neubaupläne. „Es wird nicht wieder bebaut, zumindest liegen dazu keine Planungen vor“, erklärt der Wogema-Chef. Stattdessen konzentriert sich das Unternehmen darauf, den verbleibenden Mietern im Falle eines Abrisses Ersatzwohnungen anzubieten und sie beim Umzug zu unterstützen. Dies ist ein wichtiger Schritt, um die soziale Verträglichkeit des Stadtumbauprojekts zu gewährleisten.

Die Lage des Blocks in Sichtweite des Bahnhofs, neben dem denkmalgeschützten Postgebäude und dem Stadttor, unterstreicht die städtebauliche Bedeutung des Areals. Die anhaltende Lärmbelastung und der hohe Leerstand machen jedoch deutlich, dass eine langfristige Lösung dringend erforderlich ist. Die Wogema bleibt in der Pflicht, Fördermittel zu akquirieren und den Abriss voranzutreiben, um die Lebensqualität in diesem Teil Malchins zu verbessern.

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