Der Regen peitscht gegen die Ruinen des Reichsbahnausbesserungswerkes (RAW) nordöstlich des Hauptbahnhofs in Halle. Auf Halles gefährlichster Baustelle hat der Rückbau der zerfetzten Hallendächer begonnen. Die Sicherheitsbestimmungen sind streng, denn in den Gebäude-Fragmenten befinden sich die Arbeiter sonst in Lebensgefahr. Das RAW soll einmal Halles zweiter Leuchtturm werden – neben dem Zukunftszentrum auf dem nahen Riebeckplatz.
Jahrzehntelange Altlasten gefährden Arbeiter
Jahrzehntelang versickerten auf der Industrieanlage der Bahn gesundheitsschädliche Lösungsmittel im Erdreich. Jetzt zeigt sich, wie aufwendig die Rettung des Areals wird. Unter scharfen Sicherheitsbestimmungen werden derzeit die alten Hallendächer abgebaut. Die Arbeiten sind extrem risikoreich, da die Dachkonstruktionen marode sind und einstürzen könnten. Zudem sind die Böden mit Schadstoffen belastet, die bei den Rückbauarbeiten freigesetzt werden können.
Neues Quartier für 1.500 Arbeitsplätze geplant
Das RAW-Gelände soll nach der Sanierung ein modernes Gewerbequartier werden. Geplant sind Flächen für bis zu 1.500 Arbeitsplätze. Die Stadt Halle sieht darin einen wichtigen Impuls für die wirtschaftliche Entwicklung. Der Rückbau der Hallendächer ist der erste Schritt zur Revitalisierung des Areals. Die gesamte Sanierung wird voraussichtlich mehrere Jahre dauern und Millionen Euro kosten.
Die Sicherheitsmaßnahmen umfassen unter anderem spezielle Schutzanzüge für die Arbeiter, kontinuierliche Luftmessungen und die Absperrung des gesamten Geländes. Trotz der Gefahren sind die Arbeiten notwendig, um das Gelände für die Zukunft nutzbar zu machen. Die Stadt Halle hofft, dass das RAW-Gelände nach der Sanierung ein Symbol für den Wandel von der Industrie- zur Wissensgesellschaft wird.



