Kröpeliner Tor in Rostock: 30 Prozent der Steine defekt - Sanierung wird komplexer als gedacht
Rostocker Kröpeliner Tor: 30% der Steine müssen ersetzt werden

Rostocker Wahrzeichen in Not: Kröpeliner Tor benötigt umfangreiche Sanierung

Das historische Kröpeliner Tor in Rostock, ein markantes Stadttor aus dem 13. Jahrhundert, steht vor einer deutlich umfangreicheren Sanierung als zunächst angenommen. Nach einer detaillierten Schadenskartierung zeigt sich ein alarmierendes Bild: Rund 30 Prozent der Backsteine des 54 Meter hohen Baudenkmals sind defekt und müssen ausgetauscht werden. Dies entspricht bis zu 20.000 Einzelsteinen, die als Sonderanfertigungen neu gebrannt werden müssen.

Dachstuhl und Dachentwässerung bereiten zusätzliche Probleme

Nicht nur die Fassade bereitet den Denkmalschützern Sorgen. Auch der Dachstuhl des neugotischen Bauwerks ist in einem kritischen Zustand und muss wahrscheinlich komplett erneuert werden. Bereits fest steht, dass die Dachentwässerung ausgetauscht werden muss, da sie maßgeblich zu den Schäden an der Fassade beigetragen hat. Seit September 2025 ist das gesamte Tor mit einem Gerüst versehen, das mit einer ansprechenden Folie verkleidet ist, um das Stadtbild nicht zu beeinträchtigen.

Qualität vor Geschwindigkeit: Denkmalsgerechte Sanierung als oberstes Ziel

Für Sigrid Hecht, Leiterin des zuständigen Eigenbetriebs Kommunale Objektbewirtschaftung und -entwicklung der Hansestadt Rostock (KOE), steht die Qualität der Sanierung eindeutig im Vordergrund. „Es geht nicht um Zeit, sondern um Qualität“, betont Hecht. „Schließlich handeln wir hier von der Erhaltung eines der schönsten Denkmäler in Rostock. Da werden wir uns die Zeit nehmen, die wir brauchen.“

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Der Anspruch ist klar formuliert: „Man darf dem Kröpeliner Tor nicht ansehen, dass es saniert worden ist, wenn das Gerüst wieder abgenommen wird. Das ist unser Anspruch“, so die Betriebsleiterin. Dieses Vorgehen habe sich bereits bei der aufwendigen Sanierung des historischen Wasserturms im Bahnhofsviertel bewährt, wo allerdings 80 Prozent der Fassade geschädigt waren.

Materialuntersuchungen und aufwendige Ausschreibung

Aktuell beginnen an der Fassade umfangreiche Materialuntersuchungen, die etwa zwei Wochen dauern sollen. Dabei werden Proben von Steinen, Fugen und Mörtel entnommen und im Labor analysiert. Erst nach Abschluss dieser Untersuchungen kann die denkmalgerechte Sanierung genau geplant werden.

Die anschließende Ausschreibung gestaltet sich besonders schwierig, da bundesweit nur noch wenige Brennereien existieren, die historische Backsteine in der benötigten Qualität und Materialzusammensetzung herstellen können. „Jeder Stein ist eine Sonderanfertigung und muss eine gute Qualität haben“, erklärt Sigrid Hecht. „Schließlich müssen die zu ersetzenden Steine zu den heilen Steinen in der Fassade passen, um ein einheitliches Bild zu schaffen.“

Zeitplan und Kosten noch ungewiss

Wann genau mit den Sanierungsarbeiten begonnen werden kann, ist derzeit noch völlig offen. Sigrid Hecht hofft, möglichst schnell ein geeignetes Unternehmen zu finden: „Wenn wir das geschafft haben, könnten wir im August oder September anfangen, das Tor zu reparieren.“ Die Gesamtdauer der Sanierung lässt sich jedoch noch nicht abschätzen.

Auch die Kosten für die umfangreichen Arbeiten sind noch nicht überschaubar. Bisher hat der KOE 3,5 Millionen Euro für die Sanierung eingeplant, doch erst nach Abschluss aller Untersuchungen und der Findung eines passenden Unternehmens können konkrete Aussagen gemacht werden. Die Hansestadt Rostock steht vor einer der größten Denkmalsanierungen der letzten Jahre, bei der es um die Bewahrung eines bedeutenden Stücks Stadtgeschichte geht.

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