Schwerin: Investor plant 500-600 Wohnungen auf ehemaligem Möbelwerke-Gelände
Schwerin: 500-600 Wohnungen auf altem Möbelwerke-Areal

Neues Wohnquartier auf historischem Industriegelände in Schwerin

Die Stadt Schwerin hat in einer Bürgerversammlung detaillierte Pläne für die langfristige Entwicklung des ehemaligen Möbelwerke-Areals an der Wismarschen Straße vorgestellt. Rund 50 interessierte Bürger nutzten am Mittwochabend, dem 18. März, die Gelegenheit, sich im Stadthaus über das ambitionierte Bauvorhaben zu informieren, das innerhalb einer Sitzung der Ortsteilvertretung präsentiert wurde.

Umfangreiche Wohnbebauung auf 57.300 Quadratmetern

Auf dem 57.300 Quadratmeter großen Grundstück im Stadtteil Lewenberg sollen zwischen 500 und 600 Wohneinheiten entstehen. Das Areal wird im Süden von der Möwenburgstraße, im Westen von der Wismarschen Straße und im Osten durch den Ziegelaußensee begrenzt, während im Norden die Bebauung des Siedlerweges anschließt. Geplant sind zwei- bis fünfgeschossige Wohngebäude sowie ein Hotel mit acht Stockwerken. Als Hauptträger des Projekts fungiert die Lindhorst Gruppe.

Die historische Entwicklung des Geländes begann bereits im Jahr 1922 mit den Deutschen Möbelwerken Fritz Dettmann. Nach der Gründung des VEB Möbelwerke Schwerin im Jahr 1948 und der späteren Möbelwerke GmbH nach der Wende liegt das Grundstück seit Jahrzehnten weitgehend brach. Ein Teil des Gebiets direkt an der Wismarschen Straße wird aktuell noch von verschiedenen Gewerbe- und Dienstleistungsunternehmen sowie Einrichtungen des öffentlichen Rechts genutzt – diese Nutzungen sollen im Zuge der Planung erhalten bleiben.

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Planungsverfahren mit langer Vorgeschichte

Aaron Grundmann vom Fachdienst Stadtentwicklung und Stadtplanung erläuterte in der Versammlung die Grundzüge der Planung. Bereits im September 2013 wurde der Beschluss zur Aufstellung eines Bebauungsplans gefasst, doch durch Eigentümerwechsel und neue Konzepte verzögerte sich das Verfahren mehrfach. Aktuell steht die öffentliche Auslegung des B-Plans an, über die der Hauptausschuss voraussichtlich am 24. März entscheiden wird.

Nach Angaben von Grundmann soll auf dem Gelände ein ausgewogener Mix aus Eigentums- und Mietwohnungen entstehen, wobei ein 20-prozentiger Anteil an Sozialwohnungen vorgesehen ist. Das neue Baugebiet wird über eine Zufahrtsstraße im nordwestlichen Bereich an die Wismarsche Straße angebunden.

Noch bestehende Herausforderungen

Im Bauleitverfahren sind laut dem Fachdienst-Mitarbeiter noch einige Hürden zu überwinden. So gibt es auf dem Areal mehrere Grundstückseigentümer, mit denen weitere Gespräche geführt werden müssen, um das Wohnungsbauprojekt vollständig realisieren zu können.

Stephan Haring, Vorsitzender der Ortsteilvertretung Altstadt, Feldstadt, Paulsstadt, Lewenberg, betonte, dass es noch einige Zeit dauern werde, bis der Bebauungsplan beschlossen ist und die ersten Bagger rollen. Grundsätzlich begrüßte er das Vorhaben jedoch als wichtigen Beitrag zur Schaffung zusätzlichen Wohnraums in Schwerin.

Die Bürgerversammlung bot Anwohnern die Möglichkeit, konkrete Fragen zu stellen – etwa zum Umgang mit bestehenden Gebäuden, zur Anzahl geplanter Parkplätze oder zur Entsorgung von zusätzlichem Abwasser. Diese direkte Bürgerbeteiligung unterstreicht die transparente Planungsweise der Stadtverwaltung für dieses bedeutende Stadtentwicklungsprojekt.

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