Schwerin: Investor plant 500-600 Wohnungen auf ehemaligem Möbelwerks-Gelände in Lewenberg
Schwerin: Investor plant Wohnungen auf altem Möbelwerks-Gelände

Schwerin: Neues Wohnquartier auf historischem Möbelwerks-Gelände geplant

Das seit Jahrzehnten weitgehend brachliegende Gelände der ehemaligen Möbelwerke im Schweriner Stadtteil Lewenberg soll endlich einer neuen Nutzung zugeführt werden. In einer gut besuchten Bürgerversammlung informierte die Stadtverwaltung am Mittwochabend über die ambitionierten Pläne eines Investors, der auf dem 57.300 Quadratmeter großen Areal ein umfangreiches Wohnungsbauprojekt realisieren möchte.

Bürger fragen – Stadt antwortet

Rund 50 interessierte Anwohner nutzten die Gelegenheit im Stadthaus, um sich aus erster Hand über die Zukunft des historischen Geländes an der Wismarschen Straße zu informieren. Die Veranstaltung fand im Rahmen einer Sitzung der Ortsteilvertretung statt und bot Raum für zahlreiche Fragen der Bürger. Was geschieht mit den bestehenden Gebäuden? Wie viele Parkplätze sind vor Ort geplant? Wo soll das zusätzliche Abwasser hin? Diese und weitere Anliegen konnten die Bürger direkt an die Verantwortlichen richten.

Ambitionierte Baupläne mit historischem Hintergrund

Die Geschichte des Geländes reicht bis ins Jahr 1922 zurück, als hier die Deutschen Möbelwerke Fritz Dettmann entstanden. Nach der Gründung des VEB Möbelwerke Schwerin im Jahr 1948 und der Möbelwerke GmbH nach der Wende liegt das Grundstück seit Jahrzehnten weitgehend ungenutzt da. Ein kleiner Teil an der Wismarschen Straße wird aktuell noch von Gewerbe- und Dienstleistungsunternehmen sowie Einrichtungen des öffentlichen Rechts genutzt – diese Nutzungen sollen nach Angaben der Stadtplaner erhalten bleiben.

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Für das riesige Areal, das im Süden von der Möwenburgstraße, im Westen von der Wismarschen Straße und im Osten durch den Ziegelaußensee begrenzt wird, sind nun umfangreiche Neubauten geplant. Als Hauptträger des Projekts tritt die Lindhorst Gruppe auf, die hier 500 bis 600 Wohneinheiten errichten möchte. Geplant sind zwei- bis fünfgeschossige Wohngebäude sowie ein Hotel mit acht Stockwerken. Besonders bemerkenswert: Das Projekt soll einen 20-prozentigen Anteil an Sozialwohnungen umfassen und einen Mix aus Eigentums- und Mietwohnungen bieten.

Langer Planungsprozess mit weiteren Hürden

Aaron Grundmann vom Fachdienst Stadtentwicklung und Stadtplanung erläuterte in der Versammlung den bisherigen Verlauf des Verfahrens. Bereits im September 2013 wurde der Beschluss zur Aufstellung eines Bebauungsplans gefasst, doch durch Eigentümerwechsel und neue Konzepte habe sich das Verfahren immer wieder verzögert. Aktuell stehe die öffentliche Auslegung des B-Plans an, über die der Hauptausschuss voraussichtlich am 24. März entscheiden werde.

Doch bis die ersten Bagger rollen können, sind noch einige Herausforderungen zu bewältigen. „Im Bauleitverfahren sind durchaus noch ein paar Hürden zu nehmen“, erklärte Grundmann. So gebe es auf dem Areal mehrere Grundstückseigentümer, mit denen noch Gespräche geführt werden müssten, um das Wohnungsbauprojekt vollständig umsetzen zu können. Das neue Baugebiet soll über eine Zufahrtsstraße im nordwestlichen Bereich an die Wismarsche Straße angebunden werden.

Positive Resonanz trotz langer Zeitplanung

Stephan Haring, Vorsitzender der Ortsteilvertretung Altstadt, Feldstadt, Paulsstadt, Lewenberg, zeigte sich grundsätzlich erfreut über das Vorhaben: „Bis der Bebauungsplan beschlossen und die ersten Bagger rollen, wird es eine Zeit dauern. Grundsätzlich ist das Vorhaben an der Wismarschen Straße aber zu begrüßen, um zusätzlichen Wohnraum in Schwerin zu schaffen.“ Die Stadtverwaltung betonte, dass das Projekt einen wichtigen Beitrag zur Schaffung dringend benötigten Wohnraums in der Landeshauptstadt leisten könne.

Die Bürgerinformation markiert einen wichtigen Schritt im langwierigen Planungsprozess für das ehemalige Industriegelände. Nach Jahrzehnten des Leerstands könnte das historische Möbelwerks-Areal damit endlich eine neue, zukunftsweisende Funktion als modernes Wohnquartier erhalten – allerdings erst nach Abschluss aller noch ausstehenden Verfahrensschritte und Grundstücksverhandlungen.

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