Schwerin: Mega-Wohnprojekt mit 600 Wohnungen am Ziegelsee geplant
Schwerin: Mega-Wohnprojekt mit 600 Wohnungen geplant

Schwerin: Großes Wohnprojekt auf ehemaligem Möbelwerksgelände geplant

Auf dem verwilderten und abgesperrten Grundstück der ehemaligen Möbelwerke im Schweriner Stadtteil Lewenberg türmt sich noch immer ein Schutthaufen. Doch dieser Anblick könnte sich bald grundlegend wandeln: Ein privater Investor plant auf dem 57.300 Quadratmeter großen Areal die Errichtung von 500 bis 600 Wohnungen. Das Projekt befindet sich in bester Lage am Westufer des Ziegelaußensees, nur zwei Kilometer vom Stadtzentrum der Welterbestadt entfernt.

Kompliziertes Bauvorhaben nach jahrelanger Planung

Schwerins amtierender Oberbürgermeister Bernd Nottebaum (CDU) zeigte sich zwar "beeindruckt" von den Planungen, bezeichnete das Vorhaben jedoch gleichzeitig als "absolut komplizierten" Bauprojekt in der heutigen Zeit. Nach genau 13 Jahren Planungs- und Wartezeit wird nun der Bebauungsplan Nr. 88.13 "Lewenberg - Ehemalige Möbelwerke" ausgelegt, der Baurecht für den Geschosswohnungsbau schaffen soll.

Das Plangebiet wird im Süden von der Möwenburgstraße, im Westen von der Wismarschen Straße sowie im Osten durch den Ziegelaußensee begrenzt. Nördlich grenzt bereits bestehende Wohnbebauung des Siedlerweges an. Nottebaum, der auch als 1. Stellvertretender Oberbürgermeister und Baudezernent fungiert, wies auf der jüngsten Sitzung des Hauptausschusses auf besondere Herausforderungen hin:

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  • Unterschiedliche Eigentumsverhältnisse auf der Fläche
  • Vermutete Altlasten aus der früheren gewerblichen Nutzung
  • Komplexe Rückbau- und Erschließungsarbeiten

Neues Wohnquartier mit sozialer Komponente

Das geplante Wohnquartier soll über eine Zufahrtsstraße im nordwestlichen Bereich an die Wismarsche Straße angebunden werden. Innerhalb des Wohngebietes sind eine Ringerschließung sowie im Südwesten ein Quartiersplatz mit Kinderspielfläche vorgesehen. Ein Teil des Areals im Bereich der Wismarschen Straße wird laut Stadt derzeit noch von mehreren Gewerbe- und Dienstleistungsunternehmen sowie Einrichtungen des öffentlichen Rechts genutzt. Diese Nutzungen sollen erhalten bleiben, während die restlichen Gewerbebauten und Nebenanlagen zurückgebaut werden.

Bernd Nottebaum betonte, dass sozial geförderter Wohnungsbau auf dem Areal angedacht sei. "Am Ende müsse sich aber alles finanzieren, damit die anderen Wohnungen zu einem halbwegs annehmbaren Preis angeboten werden könnten", so der Baudezernent. Hauptträger des ambitionierten Projekts ist nach seinen Worten die Lindhorst Gruppe.

Bürgerbeteiligung und mögliche Konflikte

Um die Öffentlichkeit frühzeitig zu informieren, lädt die Landeshauptstadt für Mittwoch, den 18. März, um 18.30 Uhr zu einer Informationsveranstaltung ins Stadthaus (Raum 1029) ein. Mitarbeiter des Fachdienstes Stadtentwicklung und Stadtplanung sowie beauftragte Fachbüros werden den Planungsstand vorstellen. Interessierte Bürger können sich zu Zielen und Inhalten äußern und diese mit den Fachleuten erörtern. Der Termin findet im Rahmen der Sitzung der Ortsteilvertretung Altstadt, Feldstadt, Paulsstadt, Lewenberg statt.

Allerdings äußerten Mitglieder des Hauptausschusses bereits Befürchtungen, dass angesichts der Rückbau- und Erschließungspläne langjährige Klagen durch gewerbliche Anlieger drohen könnten. Das Projekt birgt somit durchaus Konfliktpotenzial, könnte aber gleichzeitig den dringend benötigten Entlastungseffekt für Schwerins angespannten Wohnungsmarkt bringen.

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