Nach den Sommerferien beginnt die Sanierung der Wismarschen Straße – zwischen Bürgermeister-Bade-Platz und Klinikum. Die Schlaglöcher werden weniger, die Baustellen dafür mehr: Schwerin investiert weiter Millionen in seine Straßen, und Autofahrer müssen sich erneut auf zahlreiche Sperrungen und Umleitungen einstellen. Hinter den Baustellen steckt jedoch ein Plan: Mit einem fortgeschriebenen Straßenunterhaltungskonzept will der städtische Eigenbetrieb SDS verhindern, dass Straßen erst dann saniert werden, wenn sie bereits komplett verschlissen sind.
Alle vier Jahre prüft Schwerin knapp 600 Straßen
Rund 350 Kilometer Straßennetz mit insgesamt 569 kommunalen Straßen werden in Schwerin von den SDS betreut. Seit 2014 legt der Eigenbetrieb dafür alle vier Jahre ein umfassendes Konzept vor. Darin wird jede Straße bewertet, Schäden werden erfasst und notwendige Sanierungen priorisiert. Entscheidend sind dabei nicht nur der bauliche Zustand, sondern auch Verkehrsbedeutung und Verkehrssicherheit.
Dass die Stadt inzwischen deutlich mehr Geld in ihre Straßen steckt als noch vor einigen Jahren, zeigt ein Blick auf die Zahlen: Während 2006 lediglich 2,1 Millionen Euro für die Unterhaltung bereitstanden, waren es 2016 bereits 7,3 Millionen Euro. Für die Jahre 2025 und 2026 liegt das Budget nun bei jeweils 16,3 Millionen Euro. Ein Grund dafür sind zusätzliche Fördermittel des Landes, etwa für die umfangreichen Arbeiten an der Ludwigsluster Chaussee und der Pampower Straße. Langfristig rechnet die Stadt mit einem jährlichen Niveau von durchschnittlich etwa zwölf Millionen Euro.
Ludwigsluster Chaussee wird umfassend saniert
Die Ludwigsluster Chaussee in Schwerin wird derzeit umfassend saniert. „Es ist uns gelungen, den Instandsetzungsstau an Schwerins Straßen deutlich erkennbar abzubauen“, sagt SDS-Werkleiterin Ilka Wilczek. Durch die systematische Planung und regelmäßige Schadensbeseitigung werde die Infrastruktur nicht mehr auf Verschleiß gefahren. Das spare am Ende Geld, weil sich die Nutzungsdauer vieler Straßen um fast ein Drittel verlängern lasse.
Vier Großbaustellen an Hauptstraßen starten noch 2026
Für Autofahrer bedeutet das allerdings auch: Weitere Baustellen stehen bevor. Gleich vier größere Projekte an Hauptverkehrsstraßen sollen noch in diesem Jahr starten oder fortgesetzt werden. In Görries laufen bereits Arbeiten an der Rogahner Straße einschließlich Handelsstraße und Otto-Weltzin-Straße. Die Bauzeit ist mit sechs Monaten angesetzt. Ab Mai wird zudem die Pampower Straße in Krebsförden/Wüstmark erneuert – dort rechnet der SDS mit acht Monaten Bauzeit.
Nach den Sommerferien soll außerdem die Sanierung der Wismarschen Straße im Bereich zwischen Bürgermeister-Bade-Platz und Klinikum beginnen. Die Arbeiten werden voraussichtlich bis ins Jahr 2027 andauern. Deutlich kürzer fällt dagegen die geplante Deckenerneuerung auf der Karl-Marx-Allee aus: Zwischen Friedrich-Engels-Straße und Ludwigsluster Chaussee soll die Maßnahme am Ende der Sommerferien innerhalb von rund zwei Wochen umgesetzt werden.
Weitere Arbeiten in Wohn- und Anliegerstraßen
Daneben stehen zahlreiche Arbeiten in Wohn- und Anliegerstraßen an. Größere Maßnahmen sind unter anderem Am Hang, in der Plöner Straße, der Eutiner Straße, der Rahlstedter Straße, der Möllner Straße sowie in Hof Göhren und Vossens Tannen vorgesehen.
Maßnahmenliste: Projekte können sich verschieben
Bevor die Planungen endgültig feststehen, wird das Straßenunterhaltungskonzept noch in den Ortsteilvertretungen beraten. Und die Maßnahmenliste bleibt laut SDS bewusst flexibel: Nach neuen Schadensmeldungen oder einem harten Winter können Projekte ergänzt, verschoben oder priorisiert werden.



