Bezirksamt stoppt SEZ-Abriss in Berlin: Artenschutz vs. Wohnungsbau
SEZ-Abriss in Berlin gestoppt: Artenschutz als Hürde

Artenschutz stoppt Großprojekt: SEZ-Abriss in Berlin vorerst ausgebremst

Das Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg hat den geplanten Abriss des ehemaligen Sport- und Erholungszentrums (SEZ) in Berlin vorläufig gestoppt. Als Grund nannte die Behörde artenschutzrechtliche Bedenken, die gegen die geplanten Abrissarbeiten sprechen. Ursprünglich sollten auf dem Gelände neben dem Volkspark Friedrichshain ab Jahresende mehr als 600 neue Wohnungen entstehen, ergänzt durch eine Sporthalle und eine Schule.

Konflikt zwischen Wohnungsbau und Naturschutz

Die Entscheidung des Bezirksamts folgte auf Anträge der Verbände NaturFreunde Berlin und Gemeingut in BürgerInnenhand. Diese hatten argumentiert, dass der Abriss streng geschützte Arten gefährden würde. Uwe Hiksch von den NaturFreunden betonte, dass sowohl die landeseigene Wohnungsbaugesellschaft WBM als auch das Land Berlin sich an Umweltgesetze halten müssten. „Der Abriss würde dazu führen, dass streng und besonders geschützte Arten einem signifikant erhöhten Tötungsrisiko ausgesetzt sind“, erklärte Hiksch.

Dagegen äußerte sich Bausenator Christian Gaebler (SPD) im Abgeordnetenhaus kritisch. Er verwies auf die dringende Notwendigkeit, bezahlbaren Wohnraum zu schaffen, und zeigte sich besorgt über mögliche Verzögerungen. „Ich bin nicht der Meinung, dass man mit diesem wichtigen Projekt noch jahrelang warten kann“, so Gaebler.

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Historische Bedeutung und aktuelle Kontroversen

Das Sport- und Erholungszentrum wurde 1981 eröffnet und zog zu DDR-Zeiten mit seinen Attraktionen wie einem Wellenbad, einer Eisbahn, einer Bowlingbahn und Sporthallen Millionen Besucher an. Nach einem Verkauf des Grundstücks im Jahr 2003 und einem jahrelangen Rechtsstreit wurde das SEZ 2024 zwangsgeräumt.

In den vergangenen Wochen war das SEZ-Areal mehrfach in den Fokus gerückt:

  • Ende November wurden Baggerarbeiten vom Bezirk gestoppt, die laut WBM nur Vorbereitungen für den späteren Abriss darstellten.
  • Anfang Dezember unterstützten mehr als 150 Wissenschaftler in einem offenen Brief den Erhalt des SEZ, ähnlich wie zuvor eine Bürgerinitiative.

Die aktuelle Blockade durch artenschutzrechtliche Bedenken unterstreicht den anhaltenden Konflikt zwischen urbaner Entwicklung und ökologischen Belangen in der Hauptstadt.

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