Warnowquartier Rostock: Wie ein Prestigeprojekt zum Problemfall wurde
Das in Rostock geplante Warnowquartier schwankt zwischen ständigen Planänderungen und steigenden Kosten. Bei den jahrelangen Planungen und häufigen Umplanungen verliert man leicht den Überblick. Diese Neu- beziehungsweise Umplanungen führen zu einem weiteren Zeitverzug und einem erneuten Kostenanstieg. Eigentlich sollte das Warnowquartier schon 2025 fertig sein. Wer glaubt denn noch daran, dass die veranschlagten 60 Millionen Euro für das neue Stadtviertel ausreichen?
Investoren bisher weitgehend Fehlanzeige
Doch die Stadtverwaltung, allen voran Dr. Ute Fischer-Gäde (Grüne), Senatorin für Stadtplanung, Bau, Klimaschutz und Mobilität, hält unbeirrt an ihrem Prestigeprojekt fest. Obwohl Investoren bisher weitgehend Fehlanzeige sind. Jahrelang wurde zudem mit dem Mehrgenerationenhaus als Herzstück des neuen Quartiers geworben. Jetzt heißt es: wirtschaftlich nicht mehr tragfähig. Ebenso sind die völlig überdimensionierten Theaterwerkstätten gestrichen worden.
Stattdessen sollen es jetzt das „Haus der Nachbarschaft“ und das Haus „Gesund Wohnen“ retten. Doch die Konzepte sind eher diffus. Zu bemängeln ist zudem, dass für das Haus „Gesund Wohnen“ erneut ein Investor im Erbbaurecht gesucht wird. Das hat bisher auch nicht geklappt.
Kleine Hoffnungsschimmer für das Großvorhaben
Ein kleiner Rettungsanker für das Großvorhaben Warnowquartier könnte hingegen die Tatsache sein, dass laut einer aktuellen Beschlussvorlage das Erbbaurecht auf einigen Baufeldern fallen soll. Eine späte, aber dennoch gute Erkenntnis der Stadtverwaltung. Das macht es für Investoren attraktiver. Dennoch bleibt die Frage, ob diese Maßnahme ausreicht, um das Projekt wieder auf Kurs zu bringen.
Die ständigen Verzögerungen und Kostenüberschreitungen werfen ein schlechtes Licht auf die Planungskompetenz der Stadt. Bürger und potenzielle Investoren sind verunsichert. Das Warnowquartier, einst als Leuchtturmprojekt angepriesen, droht zu einem Symbol für Fehlplanungen und mangelnde Effizienz zu werden.



