Wikingerschach-Turnier im Reitbahnviertel: Gemeinschaft durch Klötzchenwerfen
In Neubrandenburgs Reitbahnviertel ging es am vergangenen Samstag hoch her. Beim Tag der Städtebauförderung fand ein Wikingerschach-Turnier statt, bei dem zehn Mannschaften aus drei Stadtteilen gegeneinander antraten. Ziel des Spiels: Die gegnerischen Holzklötze umwerfen, insbesondere den König in der Mitte. Wer ihn zu Fall bringt, gewinnt die Runde. Am späten Nachmittag durfte die treffsicherste Mannschaft den Pokal mit nach Hause nehmen.
Niedrigschwelliger Sport für alle
Cornelius Meid, Quartiersmanager der Nordstadt, beobachtete das Geschehen zufrieden. Der 54-jährige Sozialpädagoge ist seit Januar im Amt und hatte die Idee, das traditionelle Fußballturnier durch Wikingerschach zu ersetzen. „Wikingerschach ist niedrigschwelliger“, erklärte Meid. „Man muss keine Sportschuhe oder Trainingshose anziehen, man kommt einfach so vorbei.“ Beim Fußball sei der sportliche Anspruch höher gewesen. Beim Holzwerfen schwitzt nur, wer schlecht zielt.
Drei Kieze im Wettstreit
Drei Stadtteile schickten ihre Mannschaften ins Rennen: das Reitbahnviertel als Gastgeber, das Vogelviertel und die Ihlenfelder Vorstadt. Der Titelverteidiger, die Jugendwerkstatt der Kolping-Initiative aus der Usedomer Straße, hatte die Spielsätze selbst gefertigt. Doch diesmal reichte es nicht für den Sieg. Die Pokale, standesgemäße Klötzchen von der Kolping-Initiative, gingen an andere Teams.
Professionelle Turnierleitung
Ein erfahrener Turnierleiter hatte den Spielplan erstellt. „Profimäßig“, lobte Meid. Bis zur Siegerehrung um 16 Uhr waren alle Teams in wechselnden Konstellationen beschäftigt, sodass niemand lange warten musste. Bei mehr als sechs Spielern pro Team werde es sonst zäh: „Dann steht immer einer rum und langweilt sich.“
Hintergrund: Städtebauförderung und Quartiersmanagement
Das Turnier war Teil des Tags der Städtebauförderung, der unter dem Motto „Lebendige Orte, starke Gemeinschaften“ stand. Berlin stellt die Fördermittel bereit, die BIG Städtebau verwaltet sie als Sanierungsträger vor Ort. Das Quartiersmanagement sorgt dafür, dass die Investitionen nicht nur in Gehwegen und Spielplätzen versickern. „Es hilft nichts, neue Gehwege zu bauen, wenn niemand mit den Bürgern unterwegs ist und das Ganze belebt“, betonte Meid.
Sieg für die BIG Städtebau
Den Pokal gewann am Ende die Mannschaft der BIG Städtebau, jenes Unternehmens, das die Fördermittel verwaltet. Drei Spieler und Coach Holger Franke traten an – die einzige Mannschaft mit Trainer. Auf Platz zwei landete eine Rentnermannschaft (Team Thor), die in der Vorrunde fast ausgeschieden war. Das Wikingerschach-Turnier zeigte einmal mehr, wie spielerisch Gemeinschaft gestärkt werden kann.



