Wittenberge: Kopfsteinpflaster-Geisterbahn auf Bürgersteig wird teuer zurückgebaut
Wittenberge: Teurer Rückbau von Kopfsteinpflaster-Bürgersteig

Wittenberger Bürgersteig-Sanierung wird zur teuren Fehlplanung

Was als Modernisierung der Sandfurttrift in Wittenberge geplant war, entwickelt sich zu einem kostspieligen Rückbauprojekt. Auf rund 145 Metern Länge wurde zwischen Horning und Franzstraße auf der Westseite frisches Kopfsteinpflaster auf dem Bürgersteig verlegt – eine Entscheidung, die bei Anwohnern, insbesondere bei älteren Menschen und Familien, auf massive Ablehnung stößt.

Seniorenbeirat schaltet sich ein und erzielt Erfolg

Die Vorsitzende des Seniorenbeirats, Barbara Haak, berichtet von zahlreichen Beschwerden, die sowohl direkt an die Stadtverwaltung als auch über ihr Gremium eingereicht wurden. „Für Rollator-Nutzer und Eltern mit Kinderwagen wurde der Bürgersteig zur echten Hürde“, erklärt Haak. Die unebene Oberfläche und teilweise zu große Fugen zwischen den Steinen machten den Weg zur gefährlichen Passage.

Besonders problematisch: An Stellen mit Baumstandorten verengt sich der Gehweg auf nur einen Meter Breite. Da die Bäume erhalten bleiben sollen, war hier eine barrierefreie Lösung besonders wichtig – die mit dem Kopfsteinpflaster jedoch verfehlt wurde.

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Stadt reagiert – aber zu welchem Preis?

Bauamtsleiter Martin Hahn bestätigte im Stadtentwicklungsausschuss, dass die Stadt auf die Kritik reagieren wird. Das frisch verlegte Kopfsteinpflaster soll wieder entfernt und durch einen geeigneteren Belag ersetzt werden. „Wir sind erleichtert über diese Entscheidung“, kommentiert Haak. „Menschen mit Mobilitätseinschränkungen brauchen einfach ein vernünftiges Pflaster.“

Doch der Rückbau hat seinen Preis: Die Stadt rechnet mit Mehrkosten zwischen 12.000 und 15.000 Euro. Damit verteuert sich die ohnehin schon komplexe Straßensanierung erheblich.

Umfangreiches Sanierungsprojekt mit Verzögerungen

Die Arbeiten an der Sandfurttrift gestalten sich als mehrstufiges Großprojekt:

  • Der erste Bauabschnitt zwischen Horning und Franzstraße hätte eigentlich bereits im Herbst 2025 abgeschlossen sein sollen, verzögerte sich jedoch
  • Von Frühjahr bis September 2026 soll der zweite Abschnitt zwischen Franzstraße und Krausestraße folgen
  • In diesem Bereich ist auch die Anlage eines Radwegs zwischen Krausestraße und dem Clara-Zetkin-Park-Eingang geplant

Die Gesamtmaßnahmen umfassen:

  1. Austausch des Kopfsteinpflasters auf der Fahrbahn durch Asphalt
  2. Sanierung der Gehwege auf beiden Straßenseiten
  3. Erneuerung der Straßenbeleuchtung
  4. Modernisierung der Schmutzwasserkanalisation durch den städtischen Eigenbetrieb Abwasser

Infrastruktur-Modernisierung im Paket

Die Stadtwerke Wittenberge nutzen die Baumaßnahme für umfassende Leitungsarbeiten. Gas-, Strom- und Trinkwasserleitungen sowie die entsprechenden Hausanschlüsse in der Sandfurttrift werden zeitgleich modernisiert. Diese Arbeiten gelten als dringend erforderlich, da es in der Vergangenheit immer wieder Probleme mit dem Abfluss gab.

Finanziert wird der Ausbau der Sandfurttrift durch Fördermittel des Brandenburger Ministeriums für Infrastruktur und Landesplanung. Das Programm unterstützt Maßnahmen im kommunalen Straßenbau zur Verbesserung der Verkehrsverhältnisse in Gemeinden des Landes.

Die teure Lehre aus dem Bürgersteig-Debakel: Bei Straßensanierungen muss Barrierefreiheit von Anfang an mitgedacht werden – sonst wird aus vermeintlicher Modernisierung schnell ein kostspieliger Rückbau.

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