Gewürze, Backpulver und Co. – immer mehr Produkte werden speziell für den Airfryer beworben. Doch sind diese Extras wirklich nötig oder reicht das aus, was ohnehin in der Küche steht? Eine Expertin gibt Antworten.
Airfryer erobert die Küchen
Im Gegensatz zu Zitruspresse, Brotbackautomat und Eierkocher hat sich der Airfryer einen festen Platz in der Küche erobert. Laut einer YouGov-Umfrage brutzelt bereits fast jeder zweite deutsche Haushalt (42 Prozent) mit dem Mini-Umluft-Backofen. Anfangs nutzten Verbraucher den Airfryer vor allem für knusprige und fettarme Zubereitung. „Doch mittlerweile wird mit der Heißluftfritteuse sogar gerne gebacken“, sagt Daniela Krehl, Ernährungsexpertin der Verbraucherzentrale Bayern.
Immer mehr Spezialprodukte für den Airfryer
Produzenten springen auf den Zug auf und bringen maßgeschneiderte Produkte auf den Markt. Auch auf Verpackungen von Tiefkühlgerichten wie Pommes, Kartoffeln oder Pizza finden sich Hinweise zur Airfryer-Zubereitung. Im Supermarktregal entdeckt man zunehmend spezielle Back- und Gewürzmischungen, Backpapier-Schalen, Öl-Sprays und sogar Backpulver. Aufbackbrötchen und weitere Brote sind ebenfalls erhältlich oder in Planung. Doch lohnen sich diese Extra-Produkte für die heimische Küche?
Airfryer-Extras: Bequem, aber teurer
„Berechnet auf den Grundpreis sind sie etwas teurer als normale Zutaten oder Zubehör“, sagt Verbraucherschützerin Krehl. Dennoch zahlen sie aus ihrer Sicht in die Kasse der Bequemlichkeit ein, weshalb sie von Bequemlichkeitsprodukten spricht.
Backpapier: Praktisch, aber nicht nötig
Eigentlich bräuchte man gar kein Backpapier, da die meisten Geräte antihaftbeschichtet sind. „Aber es erleichtert das Reinigen des Airfryers“, so Krehl. Herkömmliches Backpapier könne man selbst zuschneiden, aber vorgeschnittene Papiere und Schalen mit exakter Einsatzgröße mindern die Gefahr des Verrutschens. Wer langfristig sparen möchte, kann einmalig spezielle Silikoneinsätze kaufen, die allerdings regelmäßig gereinigt werden müssen.
Gewürzmischungen: Bequem, aber teuer
Auch Gewürzmischungen sind bequem, aber man kann Standardgewürze selbst mischen. „Was es allerdings bräuchte, ist das Wissen, welche Gewürze starke Hitze vertragen und welche nicht. Denn feine Gewürze können bei sehr hohen Temperaturen, wie sie im Airfryer entstehen, ohne Fett schneller verbrennen und dadurch bitter schmecken“, erklärt Krehl. Besonders empfindlich sind feine, trockene Gewürze und Kräuter mit ätherischen Ölen wie Knoblauch- und Zwiebelpulver, Paprikapulver oder Oregano. Andere funktionieren bei mittlerer Hitze, wenn sie mit Öl vermischt werden, etwa gemahlener Kreuzkümmel, Koriander oder Currymischungen. Hitzestabil sind dagegen Salz, Pfefferkörner oder frischer Rosmarin.
Ölspray: Selbst befüllen oder Pinsel nutzen
Damit Gewürze nicht einfach im Airfryer umherwirbeln, sollten sie mit etwas Öl gemischt werden. Dafür bieten Hersteller Airfryer-Ölsprays an. „Die sind natürlich teurer als herkömmliche Speise- und Bratöle. Da kann man über selbst befüllbare Sprühflaschen nachdenken oder einfach Öl mit dem Pinsel auftragen“, schlägt Krehl vor.
Spezielle Backwaren: Nur angepasste Größe
Was hält die Expertin von speziellen Aufbackbrötchen und Pizzen für den Airfryer? „Dabei handelt es sich mehr um eine auf die Heißluftfritteusen angepasste Größe als um Neuentwicklungen. Auch sie unterstützen genau wie spezielle Fixprodukte oder Pommes, etwa gleich schon mit Käse, die Bequemlichkeit“, so Krehl.



