Neue Betrugswelle mit Eurojackpot: Vorsicht vor gefälschten Mitgliedschaftsbriefen
Eine neue und besonders dreiste Betrugsmasche macht derzeit die Runde: Kriminelle verschicken professionell gestaltete Briefe, in denen sie Empfänger als neue Mitglieder der angeblichen Eurojackpot-Spielgemeinschaft „DerKundenClub“ begrüßen. In den überschwänglichen Schreiben wird gleichzeitig der Einzug eines monatlichen Mitgliedsbeitrages von fast 80 Euro angekündigt. Besonders alarmierend ist dabei, dass die Betrüger offenbar über echte Bankdaten ihrer Opfer verfügen.
Professionelle Briefe mit zynischen Formulierungen
„Sie sind ab jetzt Mitglied im ausgewählten Kreis DerKundenClub Lotto-Spielgemeinschaft und nehmen an dem EuroJackpot teil“, jubelt es aus den gefälschten Schreiben. Nur wenige Absätze weiter folgen dann die persönlichen Bankdaten des Empfängers mit dem Hinweis: „Vom bekannten Konto wird Ihr Beitrag i.H.v. 79€, wie vereinbart, 4-wöchentlich … eingezogen.“
Um den finanziellen Schaden zu maximieren, haben die Abzocker die Mindestlaufzeit dieser angeblichen Mitgliedschaft gleich auf drei Monate festgesetzt. Besonders zynisch wirkt der abschließende Satz: „Exklusiv für Sie: WIR KÜMMERN UNS UM DIE REIBUNGSLOSE SERIÖSE ABWICKLUNG SIE LEHNEN SICH ZURÜCK UND GENIESSEN DEN TRAUM.“
Betrüger operieren aus Bulgarien
Die dubiose Tippgemeinschaft existiert zwar bereits länger, doch diese spezielle Masche trat erst in den letzten Wochen massiv auf. Rechtsanwalt Dr. Christian Hoffmann aus Kiel spricht von einer „neuen Welle“ der Betrugsfälle. Ihm ist aufgefallen, dass sich der angegebene Firmensitz verlagert hat: Während 2024 noch eine Adresse im englischen Broadstairs angegeben wurde, findet sich jetzt eine Adresse in einer schmalen Seitenstraße im südbulgarischen Petric.
„Gleichzeitig wirbt DerKundenClub kurioserweise mit dem Siegel ‚Made in Germany‘“, erklärt Dr. Hoffmann die widersprüchlichen Angaben der Betrüger.
Verbraucherschützer erhalten zahlreiche Anfragen
Die Verbraucherzentrale Brandenburg in Potsdam bekommt seit etwa einer Woche viele besorgte Anfragen von Betroffenen. Auch in Thüringen und Rheinland-Pfalz häufen sich die Meldungen über die gefälschten Eurojackpot-Briefe. Die Verbraucherschützer raten allen Empfängern solcher Schreiben, einen kühlen Kopf zu bewahren.
Ohne eine persönliche Unterschrift ist die unterstellte Mitgliedschaft in einer Spielgemeinschaft rechtlich unzulässig. Joshua Jahn von der Verbraucherzentrale Brandenburg betont: „Aufgrund der Professionalität der Anschreiben gibt es keine speziell gefährdete Zielgruppe, sodass jede Person betroffen sein kann.“
So können sich Betroffene wehren
Die wichtigste Maßnahme ist ein unverzüglicher schriftlicher Widerspruch gegen den angeblichen Vertrag. Verbraucherschützer empfehlen, darin einen wirksamen Vertrag mit dem Anbieter ausdrücklich zu bestreiten. Wer auf diese Weise rechtzeitig reagiert, ist auf der sicheren Seite.
Falls es dennoch zu einer unbefugten Abbuchung kommt, können Betroffene das Geld problemlos über ihre Bank zurückrufen lassen. Im Betrugsfall gilt dafür sogar eine verlängerte Frist von 13 statt der üblichen 8 Monate.
Herkunft der Daten bleibt rätselhaft
Wie die Betrüger an die persönlichen Bankdaten ihrer Opfer gelangen, ist bisher nicht vollständig geklärt. „Manche waren vorher tatsächlich Mitglied in Tippgemeinschaften“, erklärt Rechtsanwalt Hoffmann. Andere Opfer wurden vermutlich durch betrügerische Telefonate überrumpelt, bei denen sie unter einem Vorwand ihre Bankdaten „bestätigen“ sollten.
Die Verbraucherzentralen raten allen Bürgern zur besonderen Vorsicht bei unerwarteten Schreiben, die eine angeblich bestehende Mitgliedschaft oder Vertragsverhältnisse behaupten. Bei Unsicherheiten sollte immer direkt bei den offiziellen Verbraucherschutzorganisationen nachgefragt werden.



