Warum Ihr Hund bei Kapuzen und Mänteln ausrastet
Hund reagiert auf Kapuzen und Mäntel

Kapuzen, Caps, Mäntel: Darum rastet Ihr Hund bei bestimmten Menschen aus. Sonst ein „Feini“, aber plötzlich rastet der Hund bei bestimmten Menschen aus? Das liegt oft an Kleidung und Auftreten. Saskia Schneider berichtet.

Warum Hunde auf bestimmte Menschen reagieren

Andere Menschen laufen einfach vorbei, doch bei Männern mit Kapuze, Sonnenbrille oder weiten Mänteln macht Ihr Hund plötzlich Alarm? Hundetrainerin Katharina Marioth kennt solche Fälle gut und erklärt, welche „Trigger“ unsere Vierbeiner ausrasten lassen. „Alles, was die Silhouette massiv verändert, kann für Hunde unheimlich wirken“, erklärt sie auf PETBOOK. Vor allem Kapuzen, Caps oder Sonnenbrillen sorgen häufig für Probleme. Denn Hunde orientieren sich stark an der Mimik eines Menschen. Wird das Gesicht verdeckt oder verschattet, fällt es Hunden schwerer, ihr Gegenüber einzuschätzen. Auch weite Regenmäntel, Capes oder ungewöhnliche Fahrradüberzüge können Hunde verunsichern. Das Bellen sei dann oft kein Angriff, sondern eher eine Art Warnsignal: Da stimmt etwas nicht.

Hunde müssen lernen, Veränderungen einzuordnen

Für Menschen wirkt ein Kapuzenpulli harmlos. Für Hunde kann derselbe Mensch plötzlich komplett anders aussehen. Genau deshalb empfiehlt Marioth, solche Situationen gezielt zu trainieren. Im Fall eines Kapuzenpullis könne die betroffene Person zunächst die Kapuze absetzen. Der Hund lernt so Schritt für Schritt, dass keine Gefahr besteht. Später wird der Pulli sichtbar an- und ausgezogen oder auf den Boden gelegt, damit der Hund daran schnuppern kann. So versteht das Tier nach und nach: Hinter der „Verwandlung“ steckt derselbe Mensch.

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Besonders Straßenhunde reagieren oft empfindlich

Vor allem Hunde aus dem Auslandstierschutz zeigen laut Marioth häufiger Unsicherheiten gegenüber bestimmten Menschengruppen. „Gerade ehemalige Straßenhunde haben oft Probleme mit Männern“, sagt die Trainerin. Das könne an früheren schlechten Erfahrungen liegen. Aber auch äußerliche Merkmale oder hormonelle Faktoren wie Testosteron spielen offenbar eine Rolle. Hunde nehmen solche Unterschiede wahr.

So reagieren Sie richtig, wenn ihr Hund andere anbellt

Wenn der eigene Hund loslegt, ist das für viele unangenehm. Das Wichtigste: Selbst Ruhe bewahren und dem Hund Sicherheit geben. Bellt der Hund plötzlich Menschen an, fühlen sich viele Halter unter Druck. Doch hektisches Verhalten hilft meist nicht weiter. Marioth rät, früh zu reagieren und seinem Tier Sicherheit zu geben. „Seien Sie als Sozialpuffer dazwischen“, empfiehlt sie. Bedeutet: Der Halter stellt sich zwischen Hund und Auslöser oder nimmt den Hund auf die abgewandte Seite. Weniger sinnvoll sei es dagegen, den Hund mitten in seiner Unsicherheit sofort mit Futter abzulenken. Dadurch könne das Gefühl der Unsicherheit unbeabsichtigt verstärkt werden. Stattdessen sollte der Hund lernen, sich am Menschen zu orientieren. Erst danach folgt die Belohnung.

Geduld bleibt der wichtigste Faktor

Im Alltag gehe es vor allem darum, Situationen gut zu managen. Abstand halten, den Hund sichern und stressige Begegnungen kontrollieren. Das eigentliche Training sollte ruhig und planbar aufgebaut werden. Denn auch Rückschläge gehören dazu. Entscheidend ist laut Marioth vor allem Geduld. Hunde lernen nicht in einem Tag, dass die vermeintlich gruselige Kapuze plötzlich doch ganz harmlos ist.

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