Olivenöl ist aus kaum einer Küche wegzudenken. Doch was die Qualitätsstufe „nativ extra“ auf dem Etikett verspricht, halten viele Öle nicht ein. Ein aktueller Test der Zeitschrift „Öko-Test“ (Ausgabe 5/2026) zeigt erhebliche Mängel bei Geschmack und Schadstoffbelastung.
Sensorische Mängel bei vielen Ölen
Die Tester untersuchten 30 Olivenöle der Kategorie „nativ extra“, darunter 18 mit Bio-Siegel. Sieben Produkte müssten nach Ansicht der Experten den Zusatz „extra“ vom Etikett streichen, da sie sensorisch fehlerhaft waren. Die Beanstandungen reichten von ranzig über stichig bis hin zu schlammig. Auffällig: Sechs der sieben „mangelhaften“ Öle waren Bio-Produkte. Doch auch die übrigen Öle konnten geschmacklich nicht voll überzeugen. Selbst die mit „gut“ oder „sehr gut“ bewerteten Öle ließen laut den Prüfern noch Raum für Verbesserungen. Ein Olivenöl sollte fruchtig, bitter und scharf schmecken – diese Eigenschaften fehlten jedoch häufig.
Schadstoffbelastung in fast allen Ölen
Ein weiteres Problem ist die Belastung mit Schadstoffen. In sämtlichen untersuchten Ölen fanden sich zumindest Spuren von Mineralölbestandteilen (MOAH und MOSH), die vermutlich während der Herstellung ins Öl gelangen. Auch Pestizidrückstände wurden nachgewiesen – sowohl in konventionellen als auch in einigen Bio-Ölen. Allerdings enthielten die Bio-Produkte laut „Öko-Test“ keine großen Mengen und keine besonders bedenklichen Pestizide.
Preis ist kein Qualitätsgarant
Der Preis sagt nichts über die Qualität aus, wie die beiden Testsieger zeigen: Das „Bio Natives Olivenöl extra“ von Aldi und das „Rapunzel Olivenöl nativ extra aus Italien, fruchtig“ erhielten beide die Note „sehr gut“. Sie sind pestizidfrei und überzeugten mit einem harmonischen sensorischen Gesamteindruck – obwohl sie preislich in unterschiedlichen Segmenten liegen. Die Gesamtnoten verteilten sich wie folgt: zweimal „sehr gut“, sechsmal „gut“, neunmal „befriedigend“, sechsmal „ausreichend“ und siebenmal „mangelhaft“. Dieses durchwachsene Ergebnis bestätigt einen früheren Test der Stiftung Warentest, die bereits vor Monaten feststellte, dass gutes Olivenöl rar geworden ist.
Tipps für den Kauf und die Lagerung
Experten beobachten, dass Olivenöle zunehmend reife Geschmacksnoten aufweisen statt frisch-grüner Aromen. Die typische Bitterkeit und Schärfe gehen verloren, das Öl wird schneller ranzig. „Öko-Test“ empfiehlt, Olivenöl innerhalb der ersten drei Monate eines Jahres zu kaufen, da dann die Öle der neuen Ernte in den Handel kommen und frischer sind. Zu Hause sollte das Öl dunkel, gut verschlossen und bei Temperaturen unter 15 Grad aufbewahrt werden, um die Aromen möglichst lange zu erhalten.



