Die versteckten Tricks der Lebensmittelindustrie: Wie gesunde Versprechen täuschen
Lebensmittelindustrie: Wie gesunde Versprechen täuschen

Die Lebensmittel-Lüge: Diese versteckten Tricks stecken hinter gesunden Versprechen

Foto: Getty Images

Mara Pallokat, 28.02.2026 - 04:27 Uhr

Sind wir beim täglichen Einkaufen wirklich so gut informiert, wie wir glauben? Diese Frage stellen sich immer mehr Verbraucher angesichts der verwirrenden Vielfalt an Produkten in den Supermarktregalen. Verbraucherjournalist Ron Perduss und der renommierte Ernährungswissenschaftler Dr. Volker Manz haben jetzt gemeinsam aufgedeckt, mit welchen ausgeklügelten Methoden Supermärkte und Lebensmittelhersteller Konsumenten systematisch in die Irre führen.

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Die Macht der Verpackung: Bunte Illusionen statt echter Information

Die Experten zeigen, dass bunte Verpackungen mit idyllischen Naturmotiven und wohlklingenden Begriffen wie „natürlich“, „aus der Region“ oder „ohne Zusatzstoffe“ oft bewusst eingesetzt werden, um von den tatsächlichen Inhaltsstoffen abzulenken. „Viele Verbraucher lassen sich von der Optik blenden und übersehen dabei die wichtigen Details in der Zutatenliste“, erklärt Dr. Volker Manz in seiner Analyse.

Die häufigsten Täuschungsmanöver im Supermarkt

Perduss und Manz identifizieren mehrere wiederkehrende Muster, mit denen Hersteller arbeiten:

  • Irreführende Gesundheitsversprechen: Produkte werden mit Vitaminzusätzen beworben, die in der enthaltenen Menge kaum einen gesundheitlichen Nutzen bringen
  • Portionsgrößen-Tricks: Nährwertangaben beziehen sich auf unrealistisch kleine Portionen, um den Zuckergehalt künstlich niedrig erscheinen zu lassen
  • Sprachliche Manipulation: Begriffe wie „Tradition“ oder „Handwerk“ suggerieren Qualität, ohne dass dafür konkrete Standards existieren
  • Farbpsychologie: Grüne und braune Verpackungen sollen Natürlichkeit und Gesundheit vermitteln, unabhängig vom tatsächlichen Produktinhalt

Was wirklich hinter unseren täglichen Lebensmitteln steckt

Die beiden Experten gehen der Frage nach, was Konsumenten tatsächlich in ihren Einkaufswagen legen. „Viele vermeintlich gesunde Alternativen enthalten genauso viel Zucker, Fett oder Zusatzstoffe wie ihre konventionellen Pendants“, warnt Ron Perduss. Besonders kritisch sehen sie die sogenannten „Free-From“-Produkte, die zwar bestimmte Inhaltsstoffe wie Gluten oder Laktose weglassen, dafür aber oft mit anderen problematischen Zutaten kompensieren.

Praktische Tipps für bewussteren Einkauf

Für Verbraucher, die sich nicht täuschen lassen wollen, geben die Experten konkrete Ratschläge:

  1. Immer die Zutatenliste studieren – die ersten drei Positionen machen den Hauptbestandteil des Produkts aus
  2. Nährwertangaben kritisch hinterfragen und auf realistische Portionsgrößen umrechnen
  3. Marketingbegriffe nicht als Qualitätsgarantie verstehen, sondern nach konkreten Zertifizierungen suchen
  4. Bei verarbeiteten Lebensmitteln besonders auf versteckte Zucker und Fette achten
  5. Frische, unverarbeitete Produkte bevorzugen, die weniger Raum für Täuschungsmanöver bieten

Die Aufklärung von Perduss und Manz zeigt deutlich: Ein kritischer Blick hinter die bunten Verpackungen lohnt sich für jeden Verbraucher. Nur wer die Tricks der Lebensmittelindustrie durchschaut, kann wirklich informierte Entscheidungen an der Supermarktkasse treffen und seine Ernährung bewusst gestalten.

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