Auf Social Media wird längst nicht nur getanzt – dort wird auch geschniegelt, sortiert und geschrubbt. Zwischen Lifestyle-Clips zeigen Nutzer ihre Wohnungen auf Hochglanz. Tipps inklusive. Doch mit den Putz-Videos wächst auch der Druck. Lena Hackauf, Redakteurin bei myHOMEBOOK (gehört ebenfalls zu Axel Springer) fragt sich: „Haben wir nicht schon genug Stress?“
Putzen ist gesund – aber nur in Maßen
Wer keine Putzkraft hat, greift selbst zum Lappen. Das ist sinnvoll. Regelmäßiges Putzen reduziert Staub, Bakterien, Schimmel und Allergene, informiert das Bundesministerium für Gesundheit. Ordnung entlastet zudem den Kopf, weil man weniger suchen und entscheiden muss.
Doch kippt Sauberkeit ins Zwanghafte, entsteht Stress. Dann geht es nicht mehr um Wohlbefinden, sondern um Kontrolle. Perfektion um jeden Preis macht unzufrieden.
Social Media zeigt nur Ausschnitte
Die perfekt aufgeräumte Küche? Oft nur ein Bildausschnitt. Das Chaos bleibt außerhalb des Kamerawinkels. Beiträge zeigen selten den echten Alltag, sondern einen Idealzustand.
Wer das vergisst, vergleicht Realität mit Inszenierung. Das erzeugt Druck und das Gefühl, nicht „gut genug“ zu sein. Dabei ist Ordnung im echten Leben funktional, nicht makellos.
Dauerstress schadet dem Körper
Ein durchgehend perfekter Haushalt ist kaum haltbar. Wo gelebt wird, entstehen Spuren – besonders mit Kindern oder Haustieren.
Der Körper braucht Pausen, um nicht krank zu werden, erklärt „Quarks“. Dauerhafte Anspannung führt zu mehr Stresshormonen. Langfristig drohen ein geschwächtes Immunsystem oder Konzentrationsprobleme. Auch Putzen ist Arbeit – entscheidend ist, ob man sich Pausen gönnt.
Ordnung kostet Ressourcen
Perfekte Ordnung hat oft mit Geld zu tun. Reinigungskräfte, große Wohnungen, ausgeklügelte Stauraumsysteme – das sieht man online selten. Stattdessen wirkt alles wie reine Disziplin. Das setzt unrealistische Maßstäbe.
Lena Hackauf zählt Putzen nach eigenen Angaben nicht zu ihren Lieblingsbeschäftigungen. Der Wäscheständer bleibt auch mal stehen. Wichtig sei das Gefühl danach – Klarheit und der Duft eines frisch bezogenen Bettes. Ein überschaubares Maß an Ordnung steigert ihr Wohlbefinden.



