Personalmangel in der Gastro: Schnitzel-Genuss trotz Stress
Schnitzel-Genuss trotz Personalmangel in der Gastro

Hütte voll, Kellnerin neu, Küchenteam gestresst: So schmeckte das Schnitzel

Auch vor der Gastronomie macht der Personalmangel nicht Halt. Die, die Arbeit haben, placken sich – das erlebte unsere Redakteurin mit.

Uckermark • Lesedauer: 2 min

Damit hatte unsere Redakteurin dann gar nicht gerechnet. (Foto: Claudia Marsal)

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Von Claudia Marsal

Veröffentlicht: 05.05.2026 • 08:00 Uhr

An Soßen und Suppen erkennt man, ob die Küche gut ist. Diese Weisheit hab' ich jüngst mal gelesen und durch „am Schnitzel“ ergänzt. Denn auch bei der Zubereitung dieser Fleischspeise trennt sich die Spreu vom Weizen. Ich habe schon in teuren Schuppen Schuhsohlen auf dem Teller gehabt, ebenso wie in billigen Läden Gaumenschmaus.

Ausflug nach Finowfurt

Letzteres erst jüngst bei einem Ausflug nach Finowfurt. Mein Mann hatte die glorreiche Idee gehabt, am Sonntag noch schnell in Richtung alter Flugplatz zu düsen, um die Abfahrt der Oldtimer vom Ostfahrzeugtreffen zu verfolgen.

Wir positionierten uns dafür direkt an der Ortsdurchfahrt. Das dortige Bistro sah zwar nicht wie ein Gourmettempel aus – zumindest draußen war das Mobiliar denkbar schlicht gehalten. Doch wir sollten uns wundern. Während ich mitleidsvoll mitverfolgte, wie sich die – vermutlich ganz frisch eingestellte Bedienung – um die volle Hütte kümmerte, schwante mir schon Schlimmes, als ich nebenbei mitbekam, dass „Personalmangel“ herrscht und die „Küche schlecht besetzt“ ist. „Oh je, das kann dauern“, sagte ich zu meinem Gatten, der Gott sei Dank von den durchfahrenden Knatterkisten abgelenkt war. Ich beobachtete derweil die Kellnerin und fühlte mich zurückversetzt in meine Studentenzeit, in der ich ebenfalls ohne einen blassen Schimmer von Gastronomie Essen und Trinken geschleppt hatte. Nach einer dreiviertel Stunde hatten wir dann unsere Bestellung; einmal Bauernfrühstück und für mich das Schnitzel mit Champis.

Blanke Sahne auf dem Teller

Wider Erwarten kredenzte die Köchin unser Mahl glänzend und dampfend. Ersteres soll wohl auch ein Indiz für gute Qualität sein. Nach dem ersten Bissen wussten wir: Da liebt jemand seine Arbeit und lässt sich auch von Stress nicht den Spaß vermasseln. Das war blanke Sahne, was da auf dem Teller lag. An dieser Stelle ein dickes Dankeschön an das „Mühlenbistro“-Team – stellvertretend für alle Gastroleute: Ihr macht einen tollen Job – und die Saison fängt erst an.

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