Stromfresser entlarven: Energieexpertin klärt über versteckte Stromkosten auf
Stromfresser entlarven: Heimliche Energiekosten vermeiden

Stromfresser entlarven: Energieexpertin klärt über versteckte Stromkosten auf

Strom sparen möchte jeder Haushalt, doch viele gut gemeinte Ratschläge erweisen sich als kontraproduktiv oder sogar als zusätzliche Energiekostenfalle. Gerhild Loer, Energieexpertin der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen, räumt mit den größten Mythen rund um das Thema Stromsparen auf und zeigt, wie Verbraucher ihre Energiekosten tatsächlich senken können.

Licht ausknipsen lohnt sich immer

Ein weit verbreiteter Irrglaube besagt, dass häufiges Ein- und Ausschalten von Lampen mehr Strom verbraucht als das kontinuierliche Brennenlassen. Diese Annahme stammt jedoch aus der Ära der alten Energiesparlampen. Für moderne LED- oder Halogenleuchten gilt eindeutig: Jedes Ausschalten beim Verlassen des Raumes spart Energie und reduziert die Stromrechnung.

Ladegeräte als heimliche Stromdiebe

Ein häufiger Fehler ist das dauerhafte Steckenlassen von Ladegeräten in der Steckdose. Auch ohne angeschlossenes Mobiltelefon oder Tablet ziehen diese Netzteile kontinuierlich Strom, was sich über das Jahr hinweg erheblich summiert. Die Expertin empfiehlt daher, Ladegeräte nach Gebrauch konsequent auszustecken oder abschaltbare Steckdosenleisten zu verwenden, um den unnötigen Leerlaufstrom zu unterbinden.

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Standby-Modus ist kein echter Aus-Zustand

Fernseher, Spielekonsolen und Musikanlagen im Standby-Modus verbrauchen weiterhin Strom. „Eine abschaltbare Steckdosenleiste schafft hier effektiv Abhilfe“, erklärt Gerhild Loer. Besonders bemerkenswert ist der Energieverbrauch von Internet-Routern: „Der jährliche Stromverbrauch eines Routers entspricht in etwa dem eines mittelgroßen Kühlschranks.“ Ihr Rat lautet, Router nachts abzuschalten oder vorhandene Stromsparfunktionen zu aktivieren.

Allerdings gibt es Ausnahmen: OLED-Fernseher sollten im Standby-Modus verbleiben, da im Hintergrund wichtige Wartungsprogramme ablaufen. Auch bei manchen Druckermodellen, insbesondere Tintenstrahldruckern, kann der Standby-Betrieb sinnvoller sein, da diese beim Einschalten oft automatische Reinigungsvorgänge durchführen, die Tinte verbrauchen.

Vorheizen des Backofens meist überflüssig

Viele Kochrezepte empfehlen immer noch das Vorheizen des Backofens, doch in den meisten Fällen ist dieser Schritt energieverschwendend. Nur besonders empfindliche Teige wie Blätterteig benötigen die sofortige Hitzezufuhr. Für die überwiegende Mehrheit der Gerichte gilt: Ofen einschalten, Speisen hineingeben und dadurch wertvolle Energie einsparen. Die Bedienungsanleitungen moderner Backöfen enthalten hierzu detaillierte Hinweise.

Eco-Programme als effektive Energiesparer

Die Eco-Programme von Wasch- und Spülmaschinen sind echte Stromsparwunder. Sie arbeiten mit niedrigeren Temperaturen, verlängern jedoch die Einweich- und Reinigungszeiten. Dieser Prozess spart erhebliche Mengen an Energie, ohne dass die Reinigungsergebnisse bei Wäsche oder Geschirr darunter leiden.

Optimale Kühltemperaturen beachten

Bei Tiefkühlgeräten reichen minus 18 Grad Celsius vollkommen aus, um Lebensmittel sicher zu lagern. Tiefere Temperaturen bringen keinen zusätzlichen Nutzen, verursachen aber höhere Stromkosten. Die Verbraucherzentrale rät zudem, Türen nur kurz zu öffnen und Geräte regelmäßig abzutauen, um den Energieverbrauch auf einem niedrigen Niveau zu halten.

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