Zimt im Putzwasser: Experte warnt vor gefährlichem Reinigungstrend
Zimt im Putzwasser: Experte warnt vor gefährlichem Trend

Zimt im Putzwasser: Experte warnt vor gefährlichem Reinigungstrend

Kann das beliebte Weihnachtsgewürz Zimt tatsächlich als wirksames Reinigungsmittel im Haushalt eingesetzt werden? Dieser Frage geht ein aktueller Trend in sozialen Netzwerken und Haushaltsforen nach, der jedoch von Fachleuten kritisch bewertet wird.

Der vermeintliche Wundertrick aus der Küche

In zahlreichen Online-Foren und sozialen Medien kursiert derzeit der Tipp, eine Prise Zimtpulver oder einen Tropfen Zimtöl ins Wischwasser zu geben. Die Behauptung: Das Gewürz wirke antibakteriell und verleihe den Räumen zugleich einen angenehmen, festlichen Duft. Besonders in der Vorweihnachtszeit scheint dieser Ratschlag viele Haushalte zu begeistern, die damit gleichzeitig putzen und für weihnachtliche Stimmung sorgen möchten.

Expertenmeinung: Zu wenig Wirkung, zu viel Risiko

Dr. Bernd Glassl vom Industrieverband Körperpflege- und Waschmittel e. V. äußert sich deutlich zu diesem Trend: „Zimt steht als möglicher antibakterieller Zusatz beim Hausputz derzeit hoch im Kurs.“ Allerdings relativiert der Experte diese Aussage sofort. Für eine tatsächliche antibakterielle Wirkung wäre eine deutlich höhere Konzentration des Wirkstoffs notwendig, als sie im normalen Haushalt erreicht werden kann.

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Glassl erklärt konkret: „Es genügt nicht, ‚eine Prise‘ Zimtpulver oder einen Tropfen Zimtöl in einen mit fünf Litern Wasser gefüllten Eimer zu geben.“ Die benötigte Wirkstoffmenge für eine keimabtötende Wirkung sei im häuslichen Rahmen praktisch nicht zu realisieren.

Gesundheitsrisiken nicht unterschätzen

Ein weiteres Problem, das der Reinigungsexperte anspricht, sind die potenziellen Gesundheitsgefahren. Zimtöl gilt nach Chemikalienrecht als gefährlicher Stoff und darf nicht mit der Haut in Berührung kommen. Besondere Vorsicht ist geboten, wenn Kinder im Haushalt leben, da das Öl unbedingt außerhalb ihrer Reichweite aufbewahrt werden muss.

Anders verhält es sich bei Zimtöl, das als Lebensmittel verkauft wird – etwa zum Würzen oder Aromatisieren von Speisen. Hier gelten laut Glassl andere gesetzliche Vorgaben und Sicherheitsstandards.

Fazit: Duft ja, Reinigungswirkung nein

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass der Trend zwar charmant und wohlduftend erscheinen mag, als effektives Reinigungsmittel jedoch nicht geeignet ist. Die antibakterielle Wirkung bleibt bei haushaltsüblichen Mengen aus, während gleichzeitig gesundheitliche Risiken bestehen.

Wer also auf Nummer sicher gehen möchte, sollte das Gewürz besser im Küchenschrank lassen und auf bewährte Reinigungsmittel zurückgreifen. Der weihnachtliche Duft lässt sich schließlich auch durch andere, ungefährlichere Methoden in die Wohnung bringen.

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