SV Einheit Demmin: Vereinsvorsitzender Borchardt spricht über interne Turbulenzen und Harz-Verbot
Seit knapp fünfeinhalb Jahren führt Sebastian Borchardt als Vereinsvorsitzender den SV Einheit Demmin durch Höhen und Tiefen. In einem exklusiven Gespräch mit dem Nordkurier-Reporter Matthias Schütt äußert sich Borchardt nun zu den jüngsten Turbulenzen innerhalb des Handballvereins. Die Situation beschreibt er mit einem einzigen Wort: Unerfreulich.
Konflikte und öffentliche Auseinandersetzungen
In den vergangenen Tagen eskalierte ein schwelender Konflikt zwischen der Vereinsführung und der Verbandsliga-Mannschaft. Borchardt betont, dass interne Angelegenheiten unangemessen nach außen getragen wurden. „Es wurden Dinge veröffentlicht, die aus unserer Sicht in der Öffentlichkeit nichts zu suchen haben“, erklärt der Vorsitzende. Er zeigt sich verärgert über die mangelnde Kommunikation und distanziert sich deutlich von einigen Aussagen der Spieler.
Der Auslöser der aktuellen Krise war der Einzug von Handbällen, nachdem die erste Männermannschaft gegen das seit 2021 geltende Harzverbot in der Beermann-Arena verstoßen haben soll. Borchardt weist darauf hin, dass dieses Verbot von der Stadt Demmin eindeutig festgelegt wurde und für alle Mannschaften gilt. Nur eine Truppe halte sich nicht daran, was zu erheblichen Spannungen geführt habe.
Gespräche und Konsequenzen
Ein kürzlich stattgefundenes Gespräch zwischen Vorstand und Mannschaftsrat brachte laut Borchardt keine nachhaltige Lösung. „Ich war eigentlich der Meinung, dass wir auf einen Nenner gekommen sind“, so der Vorsitzende. Doch kurz darauf erschien erneut ein kritischer Artikel, der die Situation weiter anheizte.
Als direkte Konsequenz aus dem Vorfall hat die Stadt Demmin nun ein generelles Haftmittelverbot in der Beermann-Arena verhängt. Dies betrifft alle Mannschaften des Vereins und bedeutet, dass weder Haftspray noch ähnliche Mittel mehr verwendet werden dürfen. Der Vorstand wird dies künftig streng überwachen.
Zukunft des Vereins und persönliche Motivation
Borchardt beschreibt seine Amtszeit als herausfordernd. Nach seinem Antritt folgten Pandemie, Ukraine-Krieg und Energiekrise, die die Vereinsarbeit erschwerten. Dennoch sieht er den SV Einheit Demmin grundsätzlich auf einem soliden Weg. Probleme gibt es vor allem im Nachwuchsbereich, insbesondere bei der Gewinnung männlicher Jugendlicher. Hier plant der Verein, enger mit Schulen und Kindergärten zusammenzuarbeiten.
Trotz der aktuellen Schwierigkeiten wird Borchardt bei der anstehenden Mitgliederversammlung erneut für das Amt des Vorsitzenden kandidieren. „85 Prozent meiner Freizeit verbringe ich für den Verein“, betont er. Die Unterstützung durch Sponsoren und sein persönlicher Einsatz motivieren ihn, weiterzumachen.
Die Zukunft der Verbandsliga-Mannschaft bleibt indes ungewiss. Ob die Truppe spielfähig bleibt, hängt laut Borchardt von ihrer Mitarbeit ab. Das nächste Heimspiel bestreitet Einheit Demmin am Sonntag gegen den HC Empor Rostock III.



