Fastnacht in Strohkirchen: Eine 144-jährige Tradition lebt weiter
In der Gemeinde Strohkirchen hat sich eine beeindruckende Tradition über fast anderthalb Jahrhunderte gehalten. Zum 144. Mal zogen die Junggesellen des Ortes mit ihrem Fastnachtsumzug durch die Straßen, um Geld und Sachspenden für ihren Verein zu sammeln. Trotz widriger Wetterbedingungen – Regen fiel auf gefrorenen Boden und verwandelte das Eis in rutschige Schlinderbahnen – ließen sich die Teilnehmer die Stimmung nicht verderben. Bürgermeisterin Monique Flöter zeigte dabei vollen Einsatz und legte mit ihrem Sohn Nic eine kesse Sohle auf die Einfahrt, was die festliche Atmosphäre unterstrich.
Terminänderung wegen Pokalspiel: Flexibilität in der Tradition
Eigentlich endet die Karnevalszeit mit dem Aschermittwoch, doch in Strohkirchen spielt das keine Rolle. Der Fastnachtsumzug findet traditionell am letzten Sonnabend im Februar statt. In diesem Jahr jedoch wurde die Aktion um eine Woche vorgezogen. Grund dafür ist ein Pokalspiel des örtlichen Fußballvereins, an dem viele Junggesellen teilnehmen. Jonas Mahr, der 25-jährige Stellvertretende Fastnachtsvater, erklärte: „Da sind etliche von uns in der Mannschaft“. Diese pragmatische Anpassung zeigt, wie lebendig und anpassungsfähig die Tradition in Strohkirchen ist.
Ein Tag voller Veranstaltungen: Vom Umzug bis zum Ballabend
Der Umzug begann früh um 8 Uhr am Gemeinschaftshaus und dauerte mehrere Stunden. Begleitet wurde er von einer Blaskapelle, die auf einem überdachten, umgebauten Anhänger mitreiste. Im Anschluss fand im Gemeinschaftshaus der Kinderfasching statt, der laut dem amtierenden Fastnachtsvater Nic Flöter gut besucht war: „Es waren viele Kinder da, zum Großteil auch die Eltern, und alle hatten mächtig Spaß“. Den Höhepunkt des Tages bildete jedoch der abendliche Ball. Nach einer einstimmenden Rede des Fastnachtsvaters, in der er sich bei den Helfern bedankte, stieg die Stimmung im gesteckt vollen Saal.
Höhepunkte und Ausklang: Männerballet und Tanz bis in die Morgenstunden
Besondere Highlights des Abends waren die Auftritte des von den Junggesellen initiierten Männerballets, das als wahre Leuchten am Werk bezeichnet werden kann. DJ Wolle sorgte für die passenden Klänge und eine ausgelassene Stimmung, bei der ordentlich die Tanzbeine geschwungen wurden. Fastnachtsvater Flöter resümierte begeistert: „Bis in die frühen Morgenstunden haben wir gefeiert!“. Mit diesem erfolgreichen Abschluss freuen sich nicht nur die Strohkirchener Junggesellen, sondern die gesamte Gemeinde auf ein Da Capo im kommenden Jahr, das diese einzigartige Tradition weiterführen wird.



