Neues Heft beleuchtet Lassaner Vereinsgeschichte: Vom Jünglingsverein bis zum Kegelclub
Lassaner Vereinsgeschichte: Neues Heft zeigt historische Vielfalt

Neues Heft dokumentiert Lassaner Vereinsleben von 1683 bis 1945

Die Interessengemeinschaft Heimatgeschichte Lassan hat ein neues Heft in ihrer Reihe "Beiträge zur Lassaner Heimatgeschichte" herausgegeben. Es trägt den Titel "Zunft- und Innungswesen, Vereine sowie Verbände und Stiftungen in Lassan" und beleuchtet einen Zeitraum vom 17. Jahrhundert bis zum Jahr 1945. Das Heft ist ab dem 1. April im Museum "Lassaner Mühle" für 15 Euro erhältlich und kann auch direkt bei der Interessengemeinschaft bestellt werden.

Zünfte und ihre Traditionen im Fokus

Das Heft beginnt mit einer ausführlichen Darstellung der verschiedenen Zünfte, die in Norddeutschland oft als Ämter bezeichnet wurden. Besonders erwähnenswert ist die Gründung der Lassaner Weberzunft im Jahr 1683, die zu den ältesten dokumentierten Vereinigungen der Stadt gehört. Weitere behandelte Zünfte umfassen Bäcker, Maurer, Schneider, Schuhmacher und Zimmerer. Die Maurer pflegten eine besondere Tradition: Bei einem Fest namens Quartal zogen sie mit Zylindern auf dem Kopf durch die Straßen der Stadt.

Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf den Tischlern, deren Anzahl in Lassan von nur fünf im Jahr 1773 auf fast dreißig im Jahr 1908 anstieg. Diese Entwicklung hatte erhebliche Auswirkungen auf das Vereinswesen der Stadt, da viele Lehrlinge und Gesellen in Vereinen organisiert wurden, um sie von der Straße zu holen und sozial zu integrieren.

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Vereine als sozialer Kitt der Gesellschaft

Der Jünglingsverein spielte eine zentrale Rolle in der sogenannten Gründerzeit. Laut dem ehemaligen Lassaner Pfarrer Siegfried Burmeister war dieser Verein eine soziale Notwendigkeit, um junge Tischlerlehrlinge und Gesellen durch attraktive Vereinsaktivitäten zu beschäftigen. So organisierte der Jünglingsverein beispielsweise einen bunten Abend gemeinsam mit dem Turnverein und den Mädchen der Haushaltungsschule, wie die Greifswalder Zeitung im November 1912 berichtete.

Zu den größten und einflussreichsten Vereinen in Lassan gehörten die Freiwillige Feuerwehr, der Männergesang-Verein "Sängerbund", der Männer-Turn-Verein und die Schützenkompagnie. Doch auch kleinere Vereinigungen fanden Erwähnung, darunter der Theaterverein "Harmonie", der Naturheilverein, der Billard-Club "Feuchte Ecke" und der Kegelclub "Gut Holz". Letzterer versammelte zahlreiche Honoratioren der Stadt und hatte eine besondere Regel: Wer an den Kegelabenden Fremdwörter verwendete, musste fünf Pfennig Strafe zahlen. Bernd Jordan, einer der Autoren, berichtet, dass auf diese Weise an einem Abend bis zu 1,90 Mark zusammenkamen.

Stiftungen zur Unterstützung Bedürftiger

Neben den Zünften und Vereinen werden in dem Heft auch vier historische Stiftungen vorgestellt. Diese Stiftungen hatten gemeinnützige Zwecke und dienten unter anderem der Unterstützung armer und alter Einwohner Lassans. Sie zeigen, wie das soziale Engagement in der Stadt über Vereine hinaus auch durch wohltätige Einrichtungen geprägt wurde.

Das Heft bietet somit einen umfassenden Einblick in das historische Vereinsleben Lassans und verdeutlicht, wie Zünfte, Vereine und Stiftungen das soziale und kulturelle Gefüge der Stadt über Jahrhunderte hinweg gestaltet haben. Es ist nicht nur für Heimatforscher, sondern für alle interessant, die mehr über die regionale Geschichte erfahren möchten.

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