Neue Wege der Trauer: Kirch Stück zeigt pflegeleichte Grabarten bei Friedhofsführung
Der Wind rauscht zwischen alten Linden, und eine Kirchturmuhr schlägt in der Ferne. Friedhöfe sind traditionell Orte der Stille und des Erinnerns, doch in Kirch Stück entwickelt sich diese Tradition behutsam weiter. Der Förderverein der Kirche möchte zeigen, wie sich Trauerkultur verändert und dennoch Halt bietet. Am Sonntag, dem 15. März, lädt er deshalb zu einer besonderen Führung über den Parkfriedhof ein, um neue, pflegeleichte Formen des Gedenkens zu präsentieren.
Pflegeleichte Grabstätten mit festem Gedenkort
Jürgen Hansen, Vorsitzender des Fördervereins, erklärt: „Viele Menschen wünschen sich heute eine pflegeleichte Grabstätte, aber trotzdem einen festen Ort, an dem sie ihrer Angehörigen gedenken können.“ Dieser Bedarf wurde in den vergangenen Jahren aktiv aufgegriffen. Ausgangspunkt war eine wissenschaftliche Studie der Universität Rostock zur Zukunft kirchlicher Friedhöfe in der Nordkirche, an der der Parkfriedhof in Kirch Stück teilnahm. Hansen betont: „Unsere Friedhöfe liegen meist mitten im Dorf, sind gut erreichbar und über Generationen gewachsen. Sie sind deshalb besonders geeignet als Orte des Erinnerns und der Trauerbewältigung.“
Vielfältige Grabangebote im Parkfriedhof
Neben klassischen Familiengräbern für Sarg- und Urnenbestattungen bietet der Friedhof in Kirch Stück mehrere innovative Optionen:
- Eine Urnengemeinschaftsanlage mit zentralen Gedenksteinen und Namensplatten für Verstorbene.
- Ein Baumgräberfeld unter vier alten Linden, wo Urnen im Rasen beigesetzt werden und Namen auf flachen Steinplatten im Boden stehen.
- Eine Rasengrabanlage für Sargbestattungen, ebenfalls pflegeleicht gestaltet.
- Die restaurierte Everssche Grabkapelle, die zu einem Kolumbarium umgebaut wurde. In diesem würdevollen Raum stehen Urnen in Schrankfächern, was Angehörigen einen festen Platz für das Gedenken bietet.
Hansen fügt hinzu: „Damit haben wir eine weitere Form geschaffen, die viele Menschen anspricht.“ Ein großer Vorteil dieser Anlagen ist, dass für Urnengemeinschaftsgräber, Baumgrabstätten, Rasengräber und das Kolumbarium eine einmalige Gebühr erhoben wird. Während der Ruhezeit entstehen keine weiteren Pflegekosten, was die Planung für Hinterbliebene erleichtert.
Führungen zur Bestattungskultur
Interessierte können sich am Sonntag, 15. März, um 15 Uhr bei einer Führung über den Parkfriedhof selbst ein Bild machen. Dabei werden die verschiedenen Grabarten vorgestellt, und es besteht die Möglichkeit, Fragen zu stellen. Ein neuer Informationsflyer mit einer Gebührenübersicht wird ebenfalls bereitliegen.
Ein weiterer Termin ist bereits festgelegt: Am 6. September findet eine besondere Friedhofsführung zur Bestattungskultur früher und heute statt. Historikerin Dr. Anja Kretschmer-Rodenbröker tritt dann als „Schwarze Witwe“ auf und erzählt Geschichten über Tod, Trauer und Erinnerung im Wandel der Zeit. Diese Veranstaltung verspricht, tiefe Einblicke in die historische und moderne Trauerpraxis zu bieten.



