Neues Vereinsheim in Penzlin: Eingeweiht aber ungenutzt
Im Juli des vergangenen Jahres feierten die Stadt Penzlin und der Penzliner Sportverein (SV) mit großer Freude die Einweihung des neuen Vereinshauses am Kunstrasenplatz. Der Bau, der pünktlich und ohne Kostenüberschreitung für 1,65 Millionen Euro fertiggestellt wurde, sollte endlich die Ära der provisorischen Dixi-Klos am Spielfeldrand beenden. Doch die Realität sieht anders aus: Neun Monate nach der feierlichen Eröffnung bleibt das Gebäude für Besucher verschlossen.
Zustand seit Einweihung unverändert
Dirk Bewersdorf, ein regelmäßiger Besucher der Heimspiele des Penzliner SV, berichtet enttäuscht: „Als regelmäßiger Besucher der Heimspiele des Penzliner SV lässt sich neun Monate später feststellen, dass sich an dem Zustand leider nichts geändert hat.“ Das neue Gebäude und die sanitären Anlagen seien weiterhin nicht zugänglich, sodass Zuschauer weiterhin auf die alten Dixi-Klos angewiesen sind. Viele Sportplatzbesucher zeigen sich verwundert und fragen nach den Gründen für die anhaltende Sperrung.
Nutzungsvereinbarung noch nicht unterschrieben
Bürgermeister Sven Flechner (parteilos) erklärt, dass ein Hauptgrund die noch nicht unterzeichnete Nutzungsvereinbarung sei. Diese Vereinbarung liege dem Verein bereits seit dem Frühjahr 2025 vor, doch der Penzliner SV habe Nachbesserungsbedarf angemeldet. „Die Wünsche des Vereins könne die Stadt nicht erfüllen“, so Flechner. In den Verhandlungen seien auch finanzielle Aspekte diskutiert worden, die mittlerweile aber ausgeräumt seien. Der Bürgermeister rechnet mit der Unterzeichnung in dieser oder der kommenden Woche.
Die Stadt Penzlin war zwar Bauherrin des Projekts, wird das Haus jedoch zur Nutzung an den Verein übergeben. Die Investition erfolgte auf Wunsch des Vereins und soll neben dem Schulsport insbesondere dem Vereinssport dienen.
Ausstehende Restarbeiten verzögern die Nutzung
Neben der fehlenden Vereinbarung behindern auch noch nicht abgeschlossene Bauarbeiten die Inbetriebnahme. Obwohl der Bau offiziell als fertig gilt, müssen noch mehrere Restarbeiten erledigt werden:
- Die obere Etage ist noch nicht ebenerdig vom Hang aus zugänglich.
- Eine Treppe muss fertiggestellt werden.
- Auf der Terrasse fehlt der Belag.
- In den Toiletten fehlen Trennwände, da der Planer laut Bürgermeister Flechner „die falsche Anzahl an Trennwänden in die Ausschreibung geschrieben“ habe.
Die Stadt geht davon aus, dass diese Arbeiten bis Mai abgeschlossen sein werden und führt dazu „intensive Gespräche“ mit der verantwortlichen Firma.
Haftungs- und Kostengründe verhindern Teilnutzung
Selbst wenn die Toiletten mit den korrekten Trennwänden ausgestattet wären, wäre eine Nutzung aktuell nicht möglich. Bürgermeister Flechner betont: „Da die Übergabe an den Verein noch nicht stattgefunden hat, ist eine Nutzung auch von Teilen bisher nicht möglich. Es geht am Ende um Haftungen und Bewirtschaftungskosten.“ Diese rechtlichen und finanziellen Fragen müssen vor einer Freigabe geklärt werden, um Verantwortlichkeiten und Kostenverteilung eindeutig zu regeln.
Die Situation führt zu Frustration bei Vereinsmitgliedern und Besuchern, die seit Monaten auf die Nutzung des modernen Vereinshauses warten. Die Hoffnung liegt nun auf einer baldigen Unterzeichnung der Nutzungsvereinbarung und dem zügigen Abschluss der Restarbeiten, um das Potenzial des 1,65-Millionen-Euro-Baus endlich auszuschöpfen.



