Neue Werkstatt für Werbetechnik eröffnet Perspektiven für Menschen mit Behinderung in Sternberg
In der Sternberger Werkstatt für Menschen mit Behinderung des Diakoniewerks Kloster Dobbertin läuft die Produktion auf Hochtouren. Aktuell arbeiten hier 73 Beschäftigte in verschiedenen Bereichen – von Tischarbeitsplätzen bis zur Landschaftspflege. Jetzt kommt ein neuer Bereich für Werbetechnik und Design hinzu, der zusätzliche Chancen eröffnet.
Vielfältige Arbeitsbereiche in den Werkstätten des Diakoniewerks
Wie Standort- und Produktionsleiter Robert Raasch erläutert, betreibt das Diakoniewerk Kloster Dobbertin drei Werkstätten in Sternberg, Dobbertin und Lübz. In Sternberg umfasst das Angebot neben Tischarbeitsplätzen mit Verpackung, Montage, Konfektionierung und Näherei auch einen Metallbereich, eine Tischlerei, Holzverarbeitung, Landschaftspflege sowie Hauswirtschaft und Service. Der neu eingerichtete Bereich für Werbetechnik und Design erweitert dieses Spektrum erheblich.
Die Eignung für bestimmte Tätigkeiten wird im Berufsbildungsbereich durch Tests ermittelt, die von Bildungsbegleitern wie Patrick Wendt und Karin Draeger betreut werden. Nach einem dreimonatigen Eingangsverfahren folgt eine bis zu zweijährige Berufsbildung, bevor die Beschäftigten in einen Arbeitsbereich einsteigen können. „Unsere Beschäftigten können je nach Wunsch wechseln und sich weiterentwickeln“, betont Raasch.
Kooperationen ermöglichen Übergang in den ersten Arbeitsmarkt
Ein zentrales Ziel der Werkstätten ist es, den Übergang auf den ersten Arbeitsmarkt zu fördern. Dazu kooperiert das Diakoniewerk mit Unternehmen aus Landwirtschaft, Gastgewerbe und Autowerkstätten in der Region. Übergangsassistent Heiko Scheunemann begleitet Menschen mit Behinderung bei diesem Schritt. Ein Beispiel ist Sven (45), der nach einem Praktikum auf dem Gut Wamckow nun fest angestellt ist und Aufgaben in der Milchviehanlage übernimmt.
Initiative für Werbetechnik schafft neue Möglichkeiten
Der neue Bereich Werbetechnik und Design geht auf eine Initiative von Nico Schütt zurück, der zuvor Gruppenleiter in der Tischlerei war. „Mir ist aufgefallen, dass einige Beschäftigte unterfordert waren. Ich wollte ihnen einen vielseitigeren Arbeitsbereich bieten“, erklärt er. In diesem Bereich werden nun unter anderem Fahrzeugbeschriftungen, Kundenstopper für die Brauerei Carlsberg-Lübzer, Schülerpokale für die Landesforst und Gravuren für den Landesjagdverband produziert.
Beschäftigte wie Manuel (27), Heike (56) und Bertram (51) arbeiten sich in Grafikprogramme wie Illustrator ein und gestalten Aufträge am Computer. „Heike arbeitet sehr selbstständig und ist am Laser sogar die Beste“, lobt Schütt ihre Leistungen.
Offene Türen für Interessierte
Die Sternberger Werkstatt beschäftigt derzeit 73 Menschen mit Behinderung und 14 Mitarbeiter. „Wir haben noch Kapazitäten“, betont Robert Raasch. Wer den Tag der offenen Tür verpasst hat, kann sich jederzeit über die Angebote informieren und die vielfältigen Arbeitsmöglichkeiten kennenlernen.



