Berlin – Für Rennwagen müsste es einen speziellen Führerschein geben. Am besten ließe man sie gar nicht erst auf öffentlichen Straßen zu. Diese Forderung erhebt Gunnar Schupelius in seiner aktuellen Kolumne.
Raserei in Spandau
Am Montagabend raste ein 33-jähriger Mann mit einem Ferrari SF90 Stradale (1000 PS, Neupreis: 435.000 Euro) über den Falkenseer Platz in Spandau. Dabei wechselte er ruckartig die Fahrspuren und bedrängte andere Autofahrer. Eine Zivilstreife nahm die Verfolgung auf, konnte aber laut Polizei auf Facebook nicht zum Ferrari aufschließen, da dieser zu schnell unterwegs war. Erst auf der Nonnendammallee gelang es der Bereitschaftspolizei, den Raser zu stoppen. Das Fahrzeug wurde beschlagnahmt.
Der Fahrer sagte den Beamten dreist ins Gesicht, dass die Raserei seinem ganz normalen Fahrstil entspreche. Schupelius glaubt das sofort: In einem Auto mit 1000 PS verliere man jedes Gefühl für Geschwindigkeit und vor allem für die Beschleunigung.
Rakete auf Rädern
Der Ferrari SF90 Stradale verfügt über einen 4,0-Liter-V8-Biturbo-Verbrenner mit 780 PS und drei Elektromotoren mit zusätzlich 220 PS. Er beschleunigt von 0 auf 100 km/h in 2,5 Sekunden. Das sei kein Auto, sondern eine Rakete auf Rädern und eine tödliche Waffe, so Schupelius. Dieses Auto erreiche in etwa einer oder anderthalb Sekunden die innerorts erlaubten 50 km/h. So schnell könne kein Fußgänger zur Seite springen, kein Radfahrer ausweichen.
Nicht das einzige Ungeheuer
Der Ferrari ist nicht das einzige Ungetüm auf Berlins Straßen. Es gibt auch den Lamborghini Revuelto (1000 PS), den Aston Martin Valkyrie (1160 PS) und einige andere. Diese Wagen sollten eigentlich nicht für die Straße zugelassen werden. Wenn doch, dann müsste man einen speziellen Führerschein verlangen. Der Fahrer müsste nachweisen, dass er mit seiner Rakete umgehen kann, ohne zur tödlichen Gefahr zu werden.
So jedenfalls dürfe es nicht weitergehen, dass man sich solche Autos einfach ausleiht und damit durch die Stadt rast. Schupelius fragt: Wo leben wir denn?



