Sachsen: 7.876 Temposünder bei Blitzerwoche erwischt
7.876 Temposünder bei Blitzerwoche in Sachsen

Dresden - Sachsens Polizei hat bei der Kontrollwoche „Speed“ des europäischen Polizeinetzwerks „Roadpol“ zahlreiche Tempo- und Drogenverstöße aufgedeckt. Wie das Dresdner Innenministerium mitteilte, stellten die Beamten vom 13. bis zum 19. April insgesamt 7.876 Verstöße gegen das Tempolimit auf den Straßen des Freistaats fest. In 1.654 Fällen handelte es sich um sogenannte Anhaltekontrollen, bei denen die Temposünder direkt mit ihrem Fehlverhalten konfrontiert wurden. Weitere 6.222 Geschwindigkeitsverstöße wurden automatisiert erfasst und zur Anzeige gebracht.

Bei den Kontrollen entdeckte die Polizei zudem vier Fälle von illegalen Drogen. Zwei Personen konnten keine gültige Aufenthaltserlaubnis vorweisen. Elf der Kontrollierten wurden polizeilich gesucht. In 29 Fällen stellte die Polizei Diebesgut sicher.

Sachsen verzichtet auf 24-Stunden-Blitzermarathon

Obwohl sich Sachsens Polizei an der Aktionswoche beteiligt, verzichtet der Freistaat seit vielen Jahren auf den innerhalb der Woche am 15. April stattfindenden 24-stündigen „Blitzermarathon“. Das Innenministerium begründete dies in der Vergangenheit mit einem unverhältnismäßig hohen Planungs- und Personalaufwand.

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Kritiker bezweifeln generell den Effekt solcher Aktionen und fordern stattdessen einen höheren Kontrolldruck über das gesamte Jahr hinweg. Der ADAC bewertet die Blitzer-Aktionswoche hingegen positiv. Sie leiste einen Beitrag zur Verkehrssicherheit, da sie Verkehrsteilnehmer für die Gefahren schnellen Fahrens sensibilisiere. Durch die intensive Medienberichterstattung wirke die Aktion nicht nur unmittelbar auf die Betroffenen, sondern auch darüber hinaus. Ulrich Chiellino, Leiter des ADAC für Verkehrspolitik, betont zudem die wichtige Vorbildfunktion von Erwachsenen bei der Regelbefolgung für Kinder.

Grundschulkinder kontrollieren Tempo in Schulnähe

Eine besondere Rolle spielen bei der aktuell noch laufenden Aktion der sächsischen Polizei die jüngsten Verkehrsteilnehmer: Seit Montag kontrollieren Polizeibeamte gemeinsam mit Grundschulkindern das Tempo der Autofahrenden in Schulnähe. Die Aktion „Blitz für Kids“ gibt es bereits seit 1995. Zum Auftakt am Montag führten die Kinder mit der Polizei in Chemnitz, dem Erzgebirgskreis und dem Landkreis Mittelsachsen insgesamt neun Kontrollen durch, wie die Polizeidirektion Chemnitz mitteilte.

Dabei waren 37 der insgesamt 244 gemessenen Fahrzeuge zu schnell unterwegs. In allen Fällen handelte es sich um Verwarngelder, also meist um Tempoverstöße von bis zu 15 Kilometern pro Stunde über dem erlaubten Limit. Die Temposünder erhielten von den Kindern eine „gelbe Karte“. Die Aktion läuft noch bis zum Monatsende.

Die Initiatoren der Blitzer-Aktionswoche „Speed“, das europäische Polizeinetzwerk „Roadpol“, wollen die Zahl der Verkehrsunfallopfer senken. Eine zweite Aktionswoche „Speed“ ist für August geplant, während der Hochzeit der Schulsommerferien. Zudem ruft das Netzwerk seine Mitglieder jedes Jahr im Dezember, wenn auf Weihnachtsmärkten Glühwein ausgeschenkt wird, im Rahmen der Aktionswoche „Alcohol & Drugs“ zu verstärkten Alkohol- und Drogenkontrollen im Verkehr auf.

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