B91-Umleitung in Deuben: Anwohnerproteste und Straßenschäden zwingen zu neuer Verkehrsführung
B91-Umleitung in Deuben: Anwohnerproteste und Straßenschäden

B91-Umleitung in Deuben: Anwohnerproteste und Straßenschäden zwingen zu neuer Verkehrsführung

Die Bauarbeiten an der B91 im Burgenlandkreis sorgen in der Ortschaft Deuben für erhebliche Belastungen. Seit die Ortsdurchfahrt wegen Ausbauarbeiten gesperrt ist, rollt ein stetiger Strom an Fahrzeugen durch die Gemeinde – obwohl die offizielle Umleitung über Hohenmölsen führt. Die Folgen sind gravierend: Anwohner leiden unter Lärm und Abgasen, während die kommunalen Straßen bereits sichtbare Schäden aufweisen.

Massiver Verkehr trotz offizieller Umleitung

Eine von Anwohnern durchgeführte Verkehrszählung brachte alarmierende Zahlen ans Licht. Allein zwischen 6 und 8 Uhr morgens passierten 480 Fahrzeuge die Strecke, darunter Pkws, Kleinbusse, Lkws und sogar Schwerlasttransporte. „Dies ist eine massive Lärm- und Schadstoffbelastung für die Anwohner“, erklärt ein Sprecher der Stadtverwaltung. Die Situation hat sich so zugespitzt, dass die Stadt nun eingreifen musste.

Stadt reagiert mit vollständiger Sperrung

Die Stadtverwaltung hat die Straße Deubener Siedlung von der Einmündung Friedhof bis zur Einmündung Industriestraße nun vollständig gesperrt. Nur noch Rettungs- und Versorgungsfahrzeuge dürfen die Strecke nutzen. Diese Maßnahme gilt vorerst bis zum 29. März und soll den Durchgangsverkehr stoppen, der die Ortschaft belastet.

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Straßenschäden bereiten der Kommune Sorgen

Nicht nur die Anwohner leiden unter der Situation. Besonders die Schulstraße zeigt bereits deutliche Schäden durch den Umleitungsverkehr. Der Kopfsteinpflasterbelag hat sich in den vergangenen Wochen stark gesenkt, sodass die Deckel der Abwasserkanäle nun über den Belag hinausragen. Die Stadt befürchtet dadurch auch Schäden am Abwassernetz.

Ortsbürgermeisterin Michaela Topf warnt vor einer Verschärfung des Problems: „Wenn der Frost aus dem Boden raus ist, wird sich das Problem weiter verschärfen.“ Für die finanziell angespannte Kommune stellt sich die Frage, wie eine Instandsetzung der Straße überhaupt finanziert werden kann.

Gemischte Reaktionen bei den Anwohnern

Die neue Sperrung stößt in der Bevölkerung auf geteilte Meinungen. Während Bewohner der Deubener Schulstraße die Maßnahme begrüßen, weil sie massiv unter dem Durchgangsverkehr leiden, blicken andere Teile des Ortes sowie die Nachbarorte Wildschütz und Naundorf mit Skepsis auf das Vorhaben.

„Damit bestraft man die Anwohner für die Unvernunft der auswärtigen Verkehrsteilnehmer, die sich nicht an die Beschilderung halten“, gibt Bürgermeisterin Topf zu bedenken. Die Sperrung betrifft nämlich auch die Dorfbewohner selbst, die nun Umwege über Trebnitz und Luckenau in Kauf nehmen müssen.

Befürchtungen vor Verlagerung des Problems

Ortswehrleiter Christian Gaßmann aus Naundorf teilt diese Bedenken. Aus eigener Erfahrung weiß er, dass viele Verkehrsteilnehmer die Beschilderung einfach ignorieren. „Es interessiert die Leute einfach nicht, dass sie eigentlich eine andere Umleitung nehmen müssten“, stellt er fest.

Gaßmann befürchtet, dass sich das Problem durch die neue Beschilderung nur verlagert: „Wenn der Verkehr nicht mehr durch die Schulstraße rollen darf, dann fließt er über Trebnitz – und damit wird die Deubener Brücke wieder stärker beansprucht.“ Angesichts des maroden Zustands des Bauwerks sei fraglich, ob diese Lösung zielführend ist.

Kontrollen als zentrale Frage

Ein grundsätzliches Problem bleibt laut Gaßmann ungelöst: „Wer kontrolliert dann die Einhaltung der neu geplanten Beschilderung?“ Während der Bauphase in Naundorf habe die Beschilderung nicht zum gewünschten Erfolg geführt, da viele Verkehrsteilnehmer sie schlicht ignorierten. Ohne regelmäßige Verkehrskontrollen könnte sich die Situation daher nur minimal verbessern.

Die Stadtverwaltung setzt dennoch auf die neue Regelung und hofft, damit sowohl die Belastung für die Anwohner zu reduzieren als auch weitere Schäden an den kommunalen Straßen zu verhindern. Bis Ende März bleibt die Sperrung in Kraft – dann wird sich zeigen, ob die Maßnahme die gewünschte Wirkung erzielt.

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