Offenbarungseid der Deutschen Bahn: Selbst die Reichsbahn konnte im Winter bauen
Bahn-Offenbarungseid: Reichsbahn baute im Winter besser

Offenbarungseid der Deutschen Bahn: Selbst die Reichsbahn konnte im Winter bauen

Pendlerfrust, leere Ersatzbusse und gebrochene Versprechen prägen das Bild der gescheiterten Generalsanierung der Bahnstrecke Hamburg-Berlin. Während die Deutsche Bahn einen Offenbarungseid ablegt, zeigt sich: Selbst die historische Reichsbahn war in der Lage, im Winter zu bauen. Die gesamte Region zahlt nun den Preis für massive Planungsfehler und unerfüllte Terminzusagen.

Planungsdesaster mit Folgen für Tausende Pendler

Noch vor kurzem schien alles im Zeitplan zu liegen. In Bürgermeisterdienstberatungen wurde der avisierte Neustart der Bahnverbindung zwischen Hamburg und Berlin zum 1. Mai als machbar dargestellt. Doch plötzlich ist nichts mehr davon übrig. Die Verantwortlichen müssen eingestehen, dass sie nicht wissen, wann die Strecke wieder in Betrieb genommen werden kann. Die Zeche zahlen Tausende Pendler aus der Ludwigsluster Region, die auf zuverlässige Verbindungen angewiesen sind. Die Stadt Ludwigslust selbst kann einen wichtigen Teil ihrer Infrastruktur nicht nutzen und wird weiterhin von einer Flut magentafarbener Ersatzbusse überrollt, die oft mit nur wenigen Fahrgästen unterwegs sind.

Winterbaustellen: Früher möglich, heute unmöglich?

Fachleute aus der Verkehrsplanung sind sich einig: Großprojekte dieser Art dürfen einfach nicht über den Winter so geplant werden. Früher begann man mit derartigen Vorhaben im Frühjahr und war im Dezember fertig. Doch selbst Winterbauarbeiten sind möglich, wenn sie gut vorbereitet sind. Die historische Reichsbahn konnte dies unter Beweis stellen – sie hatte allerdings andere Pläne und Verantwortlichkeiten. Ein aktuelles Positivbeispiel zeigt die Brücke über den Ludwigsluster Kanal im Bahnhofsbereich. Nach dem ersten Wintereinbruch wurde die Baustelle der zweiten Teilbrücke kurzfristig eingehaust und dauerhaft beheizt. Diese Maßnahme funktionierte einwandfrei und demonstriert, dass Winterbau möglich ist, wenn entsprechende Vorkehrungen getroffen werden.

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Kettenreaktion mit weitreichenden Konsequenzen

Die aktuelle Pleite zieht eine Kettenreaktion nach sich. Geplant war, dass bald die Sanierung der Strecke Hamburg-Hannover folgen sollte. Nun steht dieses gesamte Vorhaben infrage. Ludwigslust ist in Sachen Bahn einiges an Kummer gewohnt. Seit Jahren wird unter Beteiligung der Bahn am großen Tunnel im Bereich des Bahnhofs gebaut. Obwohl dieser fast fertig ist, soll er erst im dritten Quartal benutzbar sein – laut Plan. Einige Beobachter spekulieren bereits, dass der Tunnel eher fertig sein könnte als die Bahnlinie darüber. Die Umweltbilanz des Debakels ist verheerend: Tonnen von Diesel werden täglich für die Ersatzbusflotte in die Luft geblasen, ein Aspekt, der von Umweltschützern erstaunlicherweise kaum thematisiert wird.

Wer profitiert vom Chaos?

Gefreut über die Hiobsbotschaft haben sich nur diejenigen, die direkt davon profitieren. Beispielsweise Vermieter, die die hunderten Busfahrer der Ersatzflotte regional unterbringen. Für sie rollt der Rubel weiter. Eine private Baufirma, die ähnlich agieren würde wie die Deutsche Bahn, wäre längst pleite. Doch als Unternehmen in Bundesbesitz scheint die Bahn vor solchen Konsequenzen geschützt zu sein. Die Frage bleibt: Warum wurde so beharrlich an unrealistischen Terminen festgehalten? War es Unwissenheit oder Vorsatz? Die Medien und die Öffentlichkeit wurden offenkundig falsch informiert. Nun sitzen die Pendler weiter im Auto, Schwerin und Parchim bleiben abgeschnitten, und die Glaubwürdigkeit der Deutschen Bahn hat einen weiteren schweren Schlag erlitten.

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