Bahn-Sicherheitschefin nutzt Dienstwagen privat: Rauswurf nach Zugpanne auf Sylt
Bahn-Sicherheitschefin nach Dienstwagen-Nutzung entlassen

Bahn-Sicherheitschefin nach privater Nutzung von Dienstwagen entlassen

Ein Zwischenfall während einer Zugfahrt durch Deutschland hat zu erheblichen Konsequenzen für eine hochrangige Bahnmitarbeiterin geführt. Über 300 Passagiere eines IC von Westerland auf Sylt in Richtung Heide in Schleswig-Holstein mussten ihre Reisepläne abrupt ändern, nachdem der Zug aufgrund einer Knappheit an sogenanntem "Notwasser" für Notfälle anhalten musste.

Private Nutzung des Dienstwagens als Ausweg

Britta Zur, die zum damaligen Zeitpunkt als Sicherheitschefin der Deutschen Bahn tätig war und sich laut Berichten privat mit ihrer Familie in dem Zug befand, entschied sich für einen ungewöhnlichen Ausweg. Sie nahm das Angebot eines Dienstwagens der Bahn an und ließ sich mit ihrer Familie von einem Team der DB Sicherheit nach Hamburg fahren. Von dort aus setzte die Gruppe ihre Reise in einem ICE Richtung Düsseldorf fort.

Der Vorfall blieb jedoch nicht ohne Folgen. Die Deutsche Bahn leitete umgehend eine interne Überprüfung durch ihre Compliance-Abteilung ein. Obwohl bei der Untersuchung keine konkreten Rechtsverstöße festgestellt wurden, stellte sich heraus, dass die Nutzung des dienstlichen Fahrzeugs für private Zwecke bei der Bahn generell nicht erlaubt ist und somit nicht regelkonform war.

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Konsequenzen und Rechtfertigungsversuche

Die interne Prüfung hatte direkte Auswirkungen auf Britta Zur. Bereits im Oktober, nach nur 14 Monaten im Amt, legte sie ihre Position als Sicherheitschefin "im gegenseitigen Einvernehmen" nieder. Offiziell sprachen beide Seiten von unterschiedlichen Auffassungen zur strategischen Entwicklung des Unternehmens.

In einer Stellungnahme gegenüber Medien verteidigte Zur ihre Entscheidung, den Dienstwagen zu nutzen. Sie betonte, dass ihr der Chauffeurdienst intern angeboten worden sei. Zudem verwies sie auf eine Argumentation ihres Lebensgefährten, des SPD-Bundestagsabgeordneten Sebastian Fiedler, der darauf hinwies, dass die Reise durch die Nachforschungen zur "Notwasser-Regelung" dienstlichen Charakter erlangt habe.

Der Vorfall wirft Fragen zur Compliance-Kultur bei der Deutschen Bahn auf und zeigt, wie selbst scheinbar kleine Regelverstöße in großen Unternehmen zu gravierenden personellen Konsequenzen führen können. Die Zugpanne auf Sylt und ihre Folgen bleiben ein Lehrstück für die Bedeutung interner Richtlinien und deren konsequente Einhaltung.

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