Wichtige Bahnverbindung weiterhin gesperrt: Politische Kritik an Bahn-Chefin Palla
Die Deutsche Bahn muss eine weitere Verzögerung bei der Sanierung der wichtigen Strecke zwischen Hamburg und Berlin verkünden. Ursprünglich sollte die Generalsanierung bis Ende April 2026 abgeschlossen sein, doch nun verzögert sich die Fertigstellung um mindestens sechs Wochen. Grund dafür sind die winterlichen Wetterbedingungen mit Eis und Schnee, die notwendige Kabeltiefbauarbeiten für Signal- und Stellwerksanlagen unmöglich machen.
Politiker zeigen sich verärgert über mangelnde Kommunikation
Besonders die Ministerpräsidentin von Mecklenburg-Vorpommern, Manuela Schwesig (SPD), äußert scharfe Kritik an der Bahnführung. In einem Facebook-Video moniert sie, dass Pendler seit Monaten unter der Streckensperrung leiden und die neuerliche Terminverschiebung ohne ausreichende Vorwarnung komme. „In der vergangenen Woche habe ich selbst die Bahn-Chefin noch gefragt, ob der Termin gehalten wird. Da war noch alles in Ordnung. Ein paar Tage später ist wieder alles anders“, so Schwesig. Sie bemängelt grundsätzlich, dass sich Bürger nicht auf die Angaben der Deutschen Bahn verlassen könnten.
Die seit dem 1. August 2025 gesperrte Strecke wird täglich von etwa 30.000 Fahrgästen genutzt und durchquert die Bundesländer Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg. Insgesamt verkehren dort täglich rund 470 Züge im Fern-, Nah- und Güterverkehr.
Bundesverkehrsminister fordert schnelle Lösung
Auch Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder (CDU) übt Druck auf die Deutsche Bahn aus. Er erwartet „so schnell wie möglich ein belastbares Konzept“, um die wichtige Verbindung zwischen den beiden Metropolen wieder in Betrieb nehmen zu können. Zwar räumt Schnieder ein, dass die besonderen Herausforderungen bei der Inbetriebnahme dem Ministerium bekannt waren und frühzeitig Gegenmaßnahmen gefordert wurden. Dennoch müsse die Bahn nun alle Anstrengungen unternehmen, um die Verzögerung so gering wie möglich zu halten.
Die Vorstandsvorsitzende der Deutschen Bahn AG, Evelyn Palla, die seit Oktober 2025 im Amt ist, steht damit unter erheblichem Druck. Neben den allgemeinen Problemen mit maroden Netzen kommt nun die Kritik an der Kommunikation und Planungssicherheit bei diesem wichtigen Infrastrukturprojekt hinzu. Die genaue Dauer der weiteren Sperrung bleibt vorerst unklar, was für Pendler und Reisende weitere Unsicherheit bedeutet.



