Generalsanierung verzögert: Bahnstrecke Hamburg-Berlin bleibt länger gesperrt
Die wichtige Bahnstrecke zwischen Hamburg und Berlin bleibt für Pendler und Reisende länger gesperrt als ursprünglich geplant. Seit August 2025 ist die 280 Kilometer lange Verbindung für eine umfassende Generalsanierung geschlossen, doch der harte Winter hat die Arbeiten deutlich verzögert. Dies sorgt für erheblichen Unmut in den betroffenen Bundesländern.
Unmut in den Bundesländern wächst
Die Landesregierung von Mecklenburg-Vorpommern fühlt sich von der Deutschen Bahn getäuscht. Wirtschaftsminister Wolfgang Blank (parteilos) teilte mit, dass erst vor wenigen Tagen Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) und er die Bahnchefin Evelyn Palla getroffen hätten. „Die Ministerpräsidentin hat ausdrücklich gefragt, ob es bei der Eröffnung bleibt. Da gab es kein Wort von der Bahn zur Verzögerung“, kritisierte Blank.
Der Minister betonte weiter: „Genau das ist das Problem der Deutschen Bahn: Dass die Bürgerinnen und Bürger sich einfach nicht darauf verlassen können.“ Auch aus Brandenburg kam deutliche Kritik. Landesverkehrsminister Detlev Tabbert (parteilos) äußerte sein Unverständnis darüber, dass das Unternehmen nun bis Mitte März benötige, um überhaupt einen neuen Zeitplan vorzulegen.
Winterwetter erschwert Bauarbeiten erheblich
Die Deutsche Bahn hatte überraschend mitgeteilt, dass die Strecke nicht wie geplant bis Ende April fertiggestellt werden könne. Grund seien die extremen Winterbedingungen, die seit sechs Wochen die Bauarbeiten behindern. Frost und Schnee hätten insbesondere die Kabeltiefbauarbeiten für die Signal- und Stellwerksanlagen nahezu unmöglich gemacht.
Die Bahn erläuterte, dass sich auch Arbeiten an den Oberleitungen aufgrund der Kälte schwierig gestalteten. Diese Arbeiten hätten bereits im Januar erfolgen sollen, was aufgrund der Witterung jedoch nicht möglich gewesen sei. Wie lange sich die Inbetriebnahme der Strecke insgesamt verzögert, bleibt vorerst offen. Am 13. März will der Konzern einen neuen, aktualisierten Zeitplan vorstellen.
Wichtige Pendlerstrecke mit hohem Verkehrsaufkommen
Die Bahnstrecke Hamburg-Berlin ist eine der wichtigsten Verkehrsadern in Deutschland. Sie führt durch fünf Bundesländer und wird täglich von rund 30.000 Fahrgästen im Fernverkehr genutzt. Insgesamt verkehren auf der Strecke etwa 470 Züge pro Tag. Die ursprünglich geplante Bauzeit von neun Monaten muss nun aufgrund der winterlichen Verzögerungen verlängert werden.
Die betroffenen Bundesländer fordern von der Deutschen Bahn mehr Transparenz und zuverlässigere Planung. „Wir haben jedes Jahr Winter“, kommentierte Brandenburgs Verkehrsminister Tabbert die Situation und fügte hinzu: „Also so geht es bei allem Verständnis nicht.“ Die Pendler müssen sich weiterhin auf Umleitungen und längere Reisezeiten einstellen.



