Berliner Autoverbot: Fast ein Drittel der Bevölkerung wäre betroffen
Ein über ein Volksbegehren angestrebtes weitgehendes Autoverbot in der Berliner Innenstadt würde fast ein Drittel der Hauptstadtbewohner direkt betreffen. Konkret sind 29,5 Prozent der Berlinerinnen und Berliner, die innerhalb des S-Bahn-Rings leben, von den geplanten Einschränkungen betroffen. Diese Bevölkerungsgruppe besitzt zudem 24,5 Prozent aller in Berlin zugelassenen Personenkraftwagen, was etwa einem Viertel des gesamten Fahrzeugbestands entspricht.
Statistische Daten zeigen deutliche Unterschiede
Laut aktuellen Veröffentlichungen des Amtes für Statistik Berlin-Brandenburg kommen im inneren Stadtgebiet durchschnittlich weniger als 20 private Pkw auf 100 Einwohner. Genau gesagt liegt der Wert bei 19,5 Fahrzeugen pro 100 Personen, was rein rechnerisch bedeutet, dass sich fünf Menschen ein privates Auto teilen. Allerdings schwankt die tatsächliche private Pkw-Dichte innerhalb des Rings erheblich zwischen verschiedenen Stadtteilen.
Je nach Bezirk variiert die Anzahl der Fahrzeuge pro 100 Einwohnerinnen und Einwohner zwischen 13 und 37. Den niedrigsten Anteil verzeichnet dabei die Heidestraße im Bezirk Mitte, während der Boulevard Unter den Linden, ebenfalls in Mitte gelegen, den höchsten Anteil an Privatfahrzeugen aufweist. Diese Diskrepanzen verdeutlichen, dass nicht alle Stadtteile in gleicher Weise von einem möglichen Autoverbot tangiert wären.
Details zum Volksbegehren und den geplanten Maßnahmen
Die Bürgerinitiative „Verkehrsentscheid“ hat im Januar ein Volksbegehren für ihr Anliegen gestartet und hat bis zum 8. Mai Zeit, 174.000 Unterschriften für einen Volksentscheid über ihren Gesetzentwurf zu sammeln. Nach den Plänen der Initiative sollen nach einer Übergangszeit von vier Jahren fast alle Straßen innerhalb des Berliner S-Bahn-Rings mit Ausnahme der Bundesstraßen zu sogenannten „autoreduzierten Straßen“ erklärt werden.
Private Autofahrten wären pro Person nur an zwölf Tagen im Jahr erlaubt. Ausnahmen sind unter anderem für Menschen mit Behinderung, Polizei, Rettungsdienste, Müllabfuhr sowie für Wirtschafts- und Lieferverkehr vorgesehen. Zudem soll Dauerparken auf der Straße innerhalb des S-Bahn-Rings nach dem Willen der Bürgerinitiative nicht mehr möglich sein.
Um Verdrängungsbewegungen zu vermeiden, plant die Initiative, die Parkraumbewirtschaftung knapp außerhalb des Rings auszuweiten. Dies soll Parken am Ring teurer und unattraktiver machen. Wer sein Auto behalten und kostenlos abstellen möchte, müsste es folglich in Stadtteilen weiter entfernt vom Ring parken. Diese Maßnahmen zielen darauf ab, den Autoverkehr in der Innenstadt deutlich zu reduzieren und die Lebensqualität für Anwohner zu verbessern.



