Verkehrsexpertin: Blitzermarathon zeigt nur kurzfristige Wirkung auf Fahrverhalten
Der sogenannte Blitzermarathon, der zu Wochenbeginn in fast allen Bundesländern startet, sorgt nach Ansicht von Fachleuten lediglich für eine vorübergehende Sensibilisierung der Autofahrer. Kirstin Zeidler, Leiterin der Unfallforschung im Gesamtverband der Versicherer (GDV), äußert sich kritisch zu der befristeten Kontrollaktion.
Kurzfristige Disziplin, langfristige Wirkung fraglich
„Ein Blitzermarathon sorgt für eine kurzzeitige Aufmerksamkeit für das Thema Geschwindigkeit. Das ist erst einmal eine gute Sache, aber es wirkt nicht dauerhaft“, erklärte Zeidler gegenüber der Deutschen Presse-Agentur. Sie betonte, dass in dem Zeitraum der Kontrollwoche zwar sehr diszipliniert gefahren werde, weil die Sorge vor einer Erfassung groß sei. Allerdings lasse die Sensibilisierung kurz danach wieder nach, sodass viele Autofahrer bald wieder zu ihrem gewohnten Fahrverhalten zurückkehren.
Polizei startet Kontrollaktion mit breiter Beteiligung
Die Polizei startet am Montag in fast allen Bundesländern einen sogenannten Blitzermarathon, der bis zum kommenden Sonntag andauern wird. Anders als bei vergangenen Aktionen ist diesmal auch Berlin an der Kontrollwoche beteiligt. Regelmäßige Geschwindigkeitskontrollen sollen dazu beitragen, die Zahl der Verstöße gegen die Höchstgeschwindigkeit zu verringern und die Verkehrssicherheit insgesamt zu erhöhen.
Forderung nach nachhaltigen Maßnahmen
Kirstin Zeidler plädiert für konsequente Kontrollen über die „Speedweek“ hinaus, um eine langfristige Wirkung zu erzielen. „Nachhaltigkeit erreicht man durch eine Mischung von festen und mobilen Blitzern“, so die Expertin. Sie argumentiert, dass nur durch dauerhafte und unvorhersehbare Überwachung das Fahrverhalten der Autofahrer nachhaltig beeinflusst werden kann. Diese Maßnahmen könnten dazu beitragen, die Unfallzahlen langfristig zu senken und die Sicherheit auf deutschen Straßen zu verbessern.
Die Diskussion um die Effektivität von Blitzermarathons zeigt, dass punktuelle Aktionen allein nicht ausreichen, um das Problem der Tempoverstöße in den Griff zu bekommen. Experten fordern daher eine Kombination aus verschiedenen Kontrollmethoden und einer kontinuierlichen Präsenz der Polizei im Straßenverkehr.



