Bahn-Sicherheitsgipfel nach tödlichem Angriff: Bodycams kommen auch im Fernverkehr
Bodycams für Bahnpersonal auch im Fernverkehr geplant

Bahn-Sicherheitsgipfel nach tödlicher Attacke: Bodycams für Fernverkehr geplant

Nach dem tödlichen Angriff auf einen Zugbegleiter in Rheinland-Pfalz hat die Deutsche Bahn einen Sicherheitsgipfel einberufen, um Maßnahmen zum besseren Schutz der Beschäftigten zu beraten. Verkehrsminister Volker Wissing und Bahnchefin Evelyn Palla diskutieren mit Vertretern von Bund, Ländern, Gewerkschaften und Verbänden über konkrete Schritte.

Sofortmaßnahme: Bodycams für alle Kundenkontaktbereiche

Als unmittelbare Reaktion auf die Gewalttat plant die Bahn, noch in diesem Jahr alle Beschäftigten mit Kundenkontakt – sowohl im Fernverkehr als auch an Bahnhöfen – auf freiwilliger Basis mit Bodycams auszustatten. Diese Entscheidung wurde auf dem Sicherheitsgipfel in Berlin bekannt gegeben, wie aus Teilnehmerkreisen verlautete.

Der tragische Vorfall, der den Gipfel auslöste, ereignete sich, als ein 36-jähriger Zugbegleiter einen fahrkartenlosen Fahrgast des Zuges verweisen wollte. Dabei wurde der Mitarbeiter so schwer am Kopf verletzt, dass er später im Krankenhaus seinen Verletzungen erlag. Der mutmaßliche Angreifer, ein 26-jähriger Grieche, befindet sich in Untersuchungshaft.

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Gewerkschaften fordern umfassende Schutzmaßnahmen

Die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) begrüßt die Einführung von Bodycams, drängt jedoch auf eine flächendeckende Umsetzung mit Tonaufzeichnung. Damit sollen nicht nur körperliche, sondern auch verbale Übergriffe besser dokumentiert und nachverfolgt werden können.

Darüber hinaus fordert die EVG:

  • Künftig stets zwei Zugbegleiter in Regionalzügen für Ticketkontrollen
  • Verbesserung des Sicherheitsgefühls der Belegschaft
  • Konsequente Verfolgung von Gewalttaten gegen Bahnpersonal

Zahl der Übergriffe bleibt alarmierend hoch

Laut Bahn-Angaben kam es im vergangenen Jahr zu etwa 3000 körperlichen Übergriffen auf Beschäftigte des Konzerns. Obwohl dies einen leichten Rückgang im Vergleich zum Vorjahr darstellt, hat sich das Sicherheitsgefühl innerhalb der Belegschaft deutlich verschlechtert, wie eine EVG-Umfrage unter rund 4000 Mitarbeitenden belegt.

Der Sicherheitsgipfel markiert einen wichtigen Schritt zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen im Bahnverkehr. Die geplanten Maßnahmen sollen nicht nur die Sicherheit der Beschäftigten erhöhen, sondern auch das Vertrauen der Fahrgäste in den öffentlichen Verkehr stärken.

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