Berliner Verkehrssenatorin setzt auf innovative Magnetschwebebahn-Lösung
Die Berliner Verkehrssenatorin Ute Bonde von der CDU geht davon aus, dass eine Magnetschwebebahn zwischen dem ehemaligen Flughafen Tegel und dem Bezirk Spandau deutlich bessere Perspektiven bietet als eine herkömmliche Straßenbahn. In einer aktuellen Debatte im Abgeordnetenhaus betonte die Politikerin, dass ein solches System bei umfassender Kostenbetrachtung günstiger und schneller realisierbar sei. Zudem würde eine Magnetschwebebahn die verkehrliche Erschließung Spandaus wesentlich effektiver gestalten.
Pragmatische Lösung für hochbelastete Verkehrssituation
„Das macht absolut Sinn“, erläuterte Bonde ihre Position. „Spandau ist extrem hochverkehrlich belastet, und eine Straßenbahn würde dort keine eigene Trasse erhalten.“ Die Senatorin verwies darauf, dass eine Tram ohne eigene Fahrspur im Stau mit Autos und Bussen stehen würde, was den Sinn eines schnellen öffentlichen Nahverkehrs völlig untergraben würde. „Insofern handeln wir pragmatisch und orientieren uns an den tatsächlichen Erfordernissen“, so Bonde weiter.
Machbarkeitsstudie und politische Kontroversen
Die Verkehrssenatorin kündigte an, eine umfassende Machbarkeitsstudie und Grundlagenermittlung für die Magnetschwebebahn in Auftrag zu geben. Diese Untersuchungen sollen klären, ob das Vorhaben im Vergleich zu anderen Verkehrsträgern sinnvoll ist. Am kommenden Dienstag wird die Senatskommission Wohnungsbau über das Projekt beraten, da die ÖPNV-Anbindung für wichtige Wohnungsbauvorhaben eine zentrale Rolle spielt.
Die Pläne stoßen jedoch auf politischen Widerstand:
- Die SPD als Koalitionspartner winkt ab und warnt vor „Luftschlössern“
- Die Grünen-Verkehrspolitikerin Antje Kapek wirft Bonde vor, eine gegen die Berliner Bevölkerung gerichtete Politik zu betreiben
- Kapek betont, dass Nahverkehrsexperten in langwierigen Planungen eine Tram als beste und kosteneffizienteste Lösung identifiziert hätten
Historischer Vergleich und konkrete Streckenführung
Bonde verteidigte ihre innovative Herangehensweise mit einem historischen Argument: „Wenn wir immer nur an alte Verkehrsträger denken würden, dann wären wir heute noch mit Pferdekutschen unterwegs“, erinnerte sie an die Einführung der Berliner U-Bahn vor über 124 Jahren. Die Senatorin verwies darauf, dass damals ebenfalls mutige Entscheidungen notwendig waren.
Der konkrete Vorschlag sieht eine Verbindung zwischen dem Gelände des früheren Flughafens Tegel – wo das Zukunftsquartier Urban Tech Republic mit Gewerbe, Forschung und Wohnungen entstehen soll – und Stadtteilen im Bezirk Spandau vor. Besonders die Insel Gartenfeld und die Wasserstadt mit ihren großen Wohnquartieren würden von der Anbindung profitieren. Eine mögliche Havelquerung wird ebenfalls in Betracht gezogen.
Politische Dimensionen und weitere Entwicklung
Die Diskussion um die Magnetschwebebahn spiegelt grundsätzliche politische Differenzen wider. Während die CDU auf technologische Innovation setzt, beharren SPD und Grünen auf bewährten Lösungen. Die Grünen-Politikerin Kapek warf Bonde vor, mit ihrem Vorhaben der CDU ein „Wünsch-Dir-Was-Denkmal“ bauen zu wollen und die Arbeit von Verkehrsexperten zu ignorieren.
Die weitere Entwicklung hängt nun maßgeblich von den Ergebnissen der geplanten Machbarkeitsstudie und den Beratungen in der Senatskommission ab. Unabhängig von der politischen Kontroverse zeigt der Fall, wie komplex die Planung von Verkehrsinfrastruktur in einer wachsenden Metropole wie Berlin ist und welche unterschiedlichen Lösungsansätze diskutiert werden.



