Neues Buskonzept soll touristische Lücke in Nordbrandenburg schließen
Buskonzept für touristische Lücke in Nordbrandenburg

Neuer Anlauf für bessere Busverbindungen über Kreisgrenzen hinweg

Der Erholungsort Lychen wird aus zahlreichen Richtungen angesteuert – aus Fürstenberg, Templin, Berlin und der Mecklenburgischen Seenplatte. Doch direkte und attraktive Busverbindungen fehlen bislang. Ein neues Buskonzept könnte diese Lücke zwischen Templin, Fürstenberg und Rheinsberg schließen und sowohl Touristen als auch Einheimischen einen deutlichen Mehrwert bieten.

Touristische Attraktionen besser anbinden

Fehlende Querverbindungen zu den touristischen Highlights in Nordbrandenburg und den angrenzenden Landkreisen der Mecklenburgischen Seenplatte sind Touristikern in der Uckermark schon lange ein Dorn im Auge. Im Mobilitätsbeirat des Landkreises Uckermark hat Markus Nengel, Geschäftsführer der Tourismus-Marketing Templin GmbH, nun eine innovative Idee präsentiert. Gemeinsam mit Jana Knaack, Regionalmanagerin der lokalen Aktionsgruppe Uckermark, schlägt er vor, die bestehende Buslinie 517 zwischen Templin über Lychen nach Fürstenberg landkreisübergreifend bis nach Rheinsberg im Landkreis Ostprignitz-Ruppin zu verlängern.

Zusätzlich sollen durch mehr Busse auf der Linie 517 eine engere Taktdichte erreicht werden. Einige Busse dieser Linie fahren bereits heute von Templin über Lychen bis nach Fürstenberg, wo Fahrgäste Anschluss an den Bahnverkehr haben. Die geplante Erweiterung würde diese Verbindung deutlich verbessern.

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Höherer Bedarf in Ferien und am Wochenende

„Schon vor Jahren hatten wir uns eine bessere Vertaktung gewünscht“, erinnert sich Jana Knaack. „Beim Landkreis sind wir offene Türen eingerannt. Aber es fehlte einfach am Geld.“ In der Folge seien ausgerechnet dann, wenn der touristische Bedarf am höchsten ist – in den Ferien und an den Wochenenden – weniger Fahrten zwischen Templin und Fürstenberg eingeplant worden, weil kein Schülerverkehr mehr zu bedienen ist.

Der Wunsch, die Strecke mit einem Plusbus zu bedienen, der finanziell zusätzlich vom Land gefördert wird, scheiterte an den strengen Richtlinien für solche Busse. Diese fordern eine stündliche Bedienung und wenige Haltepunkte unterwegs. Daher konnte der Landkreis keine entsprechenden Mittel vom Land beanspruchen.

Alternative Finanzierungsmöglichkeiten im Blick

Die Touristiker setzen nun auf andere Refinanzierungswege. Die drei beteiligten Regionen können gemeinsam auf ein Gästepotenzial von über einer Million Besuchern verweisen. „Vielleicht ließe sich mit Einnahmen aus den Tourismusabgaben etwas realisieren“, nennt Jana Knaack eine konkrete Möglichkeit. Seit dem Ende des Kurabgabegesetzes in Brandenburg dürfen auch Kommunen ohne Kurstadtstatus Tourismusabgaben erheben und für den öffentlichen Nahverkehr verwenden.

„Wenn alle beteiligten Landkreise und Kommunen zusammenlegen, wird es für alle einfacher und preiswerter, als wenn jeder für sich nach Lösungen sucht“, ist die Regionalmanagerin überzeugt. Für den Anfang ist geplant, an den Wochenenden mindestens dreimal täglich Busse zwischen Templin und Rheinsberg pendeln zu lassen.

Mehrwert für Urlauber und Einheimische

„Dann hätten nicht nur die Urlauber einen Mehrwert, sondern auch die Einheimischen, die von der damit verbundenen Taktverbesserung profitieren würden“, wirbt Jana Knaack für das Vorhaben. Markus Nengel hofft, auf diese Weise zusätzlich den Tagestourismus zu beleben. Die Strecke werde bereits jetzt gut angenommen, sodass die Chancen für eine erfolgreiche Umsetzung gut stehen.

Damit würde die Region ein deutlich besseres Mobilitätsangebot für nachhaltigen Tourismus schaffen. Von Rheinsberg aus bestünde sogar noch Anschluss an die Schlösserlinie nach Mirow, was die touristische Vernetzung weiter verbessern würde.

Alle Partner an einen Tisch holen

Im Mobilitätsbeirat warb der TMT-Chef dafür, alle potenziell beteiligten Landkreise – Oberhavel, Ostprignitz-Ruppin, Mecklenburgische Seenplatte und Uckermark – sowie deren Verkehrsgesellschaften an einen Tisch zu holen, um die Idee gründlich zu prüfen. Auf anderen Gebieten arbeiten die Touristiker bereits eng mit der Ostprignitz und der Mecklenburgischen Seenplatte zusammen.

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„Warum nicht auch im Bereich Verkehr, um die Lücke zwischen den Plusbus-Gebieten Rheinsberg und Templin zu schließen?“, fragt Nengel. Zumal man sich bei Übernachtungszahlen und Kurtaxe-Einnahmen bereits auf Augenhöhe befinde. Eine gemeinsame Initiative könnte somit einen wichtigen Schritt zur Stärkung der regionalen Mobilität und des Tourismus darstellen.