Elbvertiefung: Streit um Ausbau zwischen Dömitz und Hitzacker
Elbvertiefung: Streit um Ausbau Dömitz-Hitzacker

Der geplante Ausbau der Elbe zwischen Dömitz und Hitzacker sorgt weiterhin für Diskussionen. Eine öffentliche Podiumsdiskussion am Mittwoch, den 6. Mai, im Kulturort an der Elbe (KADE) in Dömitz wird sich mit den wirtschaftlichen und ökologischen Folgen des Vorhabens befassen. Die Veranstaltung mit dem Titel „Vertiefte Illusionen – Warum der Elbausbau zwischen Dömitz und Hitzacker ins Leere führt“ wird von den Grünen-Ortsverbänden Bleckede/Amt Neuhaus, Schaalsee/Elbe und den Wendlandgrünen organisiert.

Prominente Gäste auf dem Podium

Zu den Diskussionsteilnehmern zählen der niedersächsische Umweltminister Christian Meyer (Grüne), die BUND-Wissenschaftlerin Iris Brunar und der Transportunternehmer Christian Dehns, Gründer des Netzwerks Europäischer Eisenbahnen. Die Moderation übernimmt Eike Weiss, grüner Bürgermeisterkandidat für die Samtgemeinde Elbtalaue. Die Veranstaltung beginnt um 19 Uhr, der Eintritt ist frei.

Kritik an der Elbvertiefung

Kritiker des Ausbaus verweisen auf zunehmende Niedrigwasserphasen, hohe Kosten und massive Eingriffe in die Natur. Die rot-grüne Landesregierung in Niedersachsen lehnt den Ausbau der sogenannten Elbe-Reststrecke aus ökologischen Gründen ab. „Angesichts der Klimakrise und immer häufiger auftretender Niedrigwasserperioden müssen wir sehr genau prüfen, welche Infrastrukturprojekte noch sinnvoll sind“, sagt Umweltminister Meyer. „Naturnahe Flüsse sind nicht nur ökologisch wertvoll, sie sind auch wichtige Verbündete beim Hochwasser- und Klimaschutz.“

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Auch die Veranstalter sehen großen Diskussionsbedarf. Benjamin Widegreen, Sprecher des Grünen-Ortsverbandes Bleckede/Amt Neuhaus, betont: „Wir ziehen über Ländergrenzen an einem Strang, um klarzustellen: Der Elbausbau ist ein reines Auslaufmodell.“ Philipp Lübbert vom Ortsverband Schaalsee-Elbe und Landtagskandidat in Mecklenburg-Vorpommern ergänzt: „Wenn öffentliche Mittel investiert werden, dann sollten sie in wirtschaftlich sinnvolle und zukunftsfähige Infrastruktur fließen – nicht in Projekte, die ökologisch problematisch und ökonomisch fragwürdig sind.“

Bürgerfragen und Elbe-Spaziergang

Die Veranstaltung soll Fakten zum geplanten Elbausbau zusammenführen und Raum für Fragen aus der Bevölkerung bieten. Bereits um 17.30 Uhr findet ein optionaler Elbe-Spaziergang statt, bei dem Iris Brunar die ökologische Bedeutung des Flussabschnitts erläutert. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Für Maßnahmen zur Vertiefung und Regulierung der Fahrrinne werden Kosten im zweistelligen Millionenbereich erwartet – bei unklarer verkehrlicher Wirkung und ohne Beweis eines volkswirtschaftlichen Nutzens.

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