Elektrobusse im ÖPNV: Deutlicher Zuwachs trotz hoher Kosten
Die Elektrobusflotte im öffentlichen Nahverkehr (ÖPNV) in Deutschland hat im vergangenen Jahr erneut deutlich zugelegt. Laut einer aktuellen Untersuchung des Beratungsunternehmens PWC stieg die Zahl der emissionsfreien Stadtbusse um knapp 1.400 Fahrzeuge auf insgesamt rund 4.750. Damit war mehr als jeder siebte Bus im deutschen Nahverkehr bereits mit alternativen Antrieben unterwegs.
Fast jeder zweite neu angeschaffte Bus elektrisch
Besonders bemerkenswert ist der Anteil bei Neuzulassungen: Nahezu jeder zweite neue Stadtbus, der im Jahr 2025 in den ÖPNV eingeführt wurde, verfügte über einen emissionsfreien Antrieb. Als wesentlicher Treiber für diese Entwicklung gilt die im Vorjahr wieder aufgenommene Bundesförderung, die den Verkehrsunternehmen den Umstieg erleichtert.
Die überwiegende Mehrheit dieser Fahrzeuge – 85 Prozent – sind batterieelektrische Busse. Ergänzt wird die Flotte durch einige Hundert Brennstoffzellenbusse sowie 90 Oberleitungsbusse, die vor allem in bestimmten Städten und Regionen zum Einsatz kommen.
Hamburg und Berlin als Vorreiter
Die PWC-Studie identifiziert klare regionale Schwerpunkte bei der Elektromobilität im Nahverkehr. Die meisten Elektrobusse sind demnach im Großraum Hamburg unterwegs, wo die Hochbahn und die Verkehrsbetriebe Hamburg-Holstein (VHH) gemeinsam mehr als 700 solcher Fahrzeuge betreiben. Auf Platz zwei folgt Berlin mit aktuell 277 Elektrobussen, die das städtische Verkehrsnetz bereichern.
Weiteres Wachstum bis 2030 erwartet
Die Fachleute von PWC prognostizieren eine Fortsetzung des positiven Trends in den kommenden Jahren. Bis zum Jahr 2030 könnten bundesweit etwa 11.000 Elektrobusse im Einsatz sein, was knapp einem Drittel der heutigen Gesamtflottengröße entsprechen würde. Diese ambitionierte Entwicklung wird jedoch maßgeblich von der weiteren öffentlichen Förderung abhängen.
Hohe Kosten machen Förderung unverzichtbar
Die Verkehrsunternehmen bleiben vorerst auf staatliche Unterstützung angewiesen, wie die Studie deutlich macht. Ein zwölf Meter langer Solo-Batteriebus kostete im vergangenen Jahr mit 580.000 Euro noch fast doppelt so viel wie ein vergleichbarer Dieselbus für 310.000 Euro. Hinzu kommen erhebliche Investitionen in:
- Die notwendige Ladeinfrastruktur
- Den Umbau von Betriebshöfen
- Die Schulung von Personal
Bundesförderung als entscheidender Faktor
Die Bundesregierung hat Ende Februar Förderbescheide in Höhe von insgesamt mehr als 400 Millionen Euro übergeben, mit denen die Beschaffung von knapp 1.900 neuen Elektrobussen unterstützt wird. Für das laufende Jahr ist eine Gesamtförderung von rund 500 Millionen Euro geplant, die den weiteren Ausbau der emissionsfreien Flotte vorantreiben soll.
EU-Vorgaben erhöhen den Druck
Hersteller und Verkehrsunternehmen können beim Hochlauf der Elektroflotten nicht nachlassen. Seit diesem Jahr gelten neue EU-Vorgaben im Rahmen der sogenannten Clean Vehicle Directive (CVD), die vorschreiben, dass ein knappes Drittel neu zu beschaffender Stadtbusse emissionsfrei sein muss. Diese regulatorischen Anforderungen werden den Transformationsprozess im öffentlichen Nahverkehr weiter beschleunigen und die Bedeutung nachhaltiger Mobilitätslösungen unterstreichen.



