Falschbetankung in Polen trifft Uckermark-Familie mit voller Härte
Für Doren Krause und ihren Mann Frank aus Wichmannsdorf in der Uckermark wurde ein geplanter Campingurlaub am Tollensesee zum finanziellen Desaster. Der Grund: Ihr Lexus RX 300 wurde an einer polnischen Tankstelle in Krajnik Dolny, kurz hinter der Grenze bei Schwedt, mit Diesel statt mit dem vorgesehenen Benzin betankt. Die Folgen waren verheerend und zwangen die Familie nicht nur zur Absage ihres Urlaubs, sondern auch zu unerwartet hohen Reparaturkosten.
„Ein Hammer“: Fast 1000 Euro Reparaturkosten
„Allein schon die geschätzten Materialkosten von knapp 500 Euro sind ein Hammer“, berichtet Doren Krause, die als Küchenkraft arbeitet. Zusammen mit den Werkstattkosten summierten sich die Ausgaben schnell auf fast 1000 Euro. „Das stecken wir nicht mal einfach so locker weg!“, fügt sie kopfschüttelnd hinzu. Ihr Mann Frank arbeitet als LKW-Fahrer, was die finanzielle Belastung für die Familie zusätzlich verschärft.
Die Probleme begannen bereits kurz nach dem Tankstopp. „Schon auf der Brücke nach Schwedt rein, keine zwei Kilometer weiter, fing das Auto an zu mucken“, schildert Doren Krause die dramatischen Ereignisse vom 25. April. Das Fahrzeug tuckerte bis zum Pinnower Kreisel und blieb dort liegen. Nach einer Abkühlphase gelang es der Familie, bis zu einer freien Werkstatt in Angermünde zu kommen, wo das volle Ausmaß des Schadens deutlich wurde.
Glück im Unglück: Sohn Maximilian entging dem Schaden
Im Gegensatz zu seinen Eltern hatte der 19-jährige Sohn Maximilian noch Glück. Die 25 Liter Diesel, die er mit einem Kanister in seinen Volkswagen Golf füllte, verkraftete das Fahrzeug ohne größere Schäden. Für Doren Krause hingegen hatte die Falschbetankung massive Auswirkungen auf den Familienhaushalt. Das Schlimmste seien jedoch die Reaktionen in den sozialen Medien gewesen, die von Mitgefühl bis zu Beschimpfungen und bitterer Häme reichten.
Warnung für andere Betroffene
Um andere Autofahrer zu warnen und mögliche weitere Betroffene zu finden, postete die Familie ihren Vorfall umgehend online. Tatsächlich meldeten sich einige Personen mit ähnlichen Erfahrungen. Nach damaligen Erkenntnissen war der unterirdische Tank der betreffenden Tankstellensäule bei der Belieferung versehentlich mit Diesel statt mit Benzin gefüllt worden, was vermutlich mehrere Kunden betraf.
Zum Glück hatte Doren Krause die Tankquittung aufgehoben, was bei der Aufklärung des Vorfalls half. Nach dem Abpumpen der falschen Tankfüllung und der erneuten Befüllung mit Benzin starteten sie den Motor – und standen in einer weißen Wolke, die aus dem Auspuff quoll.
Expertenrat: Schnelles Handeln ist entscheidend
Kfz-Meister Carsten Müller, der im benachbarten Boitzenburg eine freie Werkstatt betreibt, betont, dass Fälle von Falschbetankung in letzter Zeit zugenommen hätten. Er erklärt dies mit Unaufmerksamkeit oder Gedankenlosigkeit, besonders beim Nachfüllen mittels Kanister. „An Tanksäulen dürfte das eigentlich nicht passieren, denn die Einfüllstutzen sind ganz anders“, so Müller.
Sein dringender Rat: Wenn es doch zu einer Falschbetankung kommt, sollte schnell gehandelt werden. „Je länger das Gefährt bewegt wird, desto größer kann der Schaden sein, bis hin zum kompletten Motorversagen!“ Der falsche Kraftstoff muss umgehend vollständig aus Tank und Motor entfernt werden, was aufwändige Werkstattarbeit erfordert und entsprechend kostspielig ist.
Eine kleine Beruhigung gibt es jedoch: „Normalerweise ist das irrtümliche Befüllen eines Benziners mit Diesel weniger gefährlich als andersherum“, erklärt Müller. Für Betroffene wie die Familie Krause bleibt dies jedoch nur ein schwacher Trost angesichts der hohen finanziellen Belastung.



