Fehlende Fußgängerzonen-Schilder in Neubrandenburg: Gefahr für Passanten durch Rad- und E-Scooter-Fahrer
Fehlende Schilder in Neubrandenburg: Gefahr in Fußgängerzone

Monatelange Lücke in der Beschilderung: Sicherheitsrisiko in Neubrandenburger Innenstadt

In der Neubrandenburger Turmstraße haben über einen längeren Zeitraum hinweg offenbar die entscheidenden Verkehrsschilder gefehlt, die auf die dortige Fußgängerzone hinweisen. Diese Lücke in der Beschilderung dauerte nach Angaben betroffener Anwohner mehrere Monate an und schuf aus ihrer Sicht eine gefährliche Situation für alle Fußgänger.

Ein Ehepaar schlägt Alarm

Ein namentlich nicht genanntes Ehepaar aus Neubrandenburg machte nach Berichterstattung über rücksichtslose E-Scooter- und Fahrradfahrer auf das Problem aufmerksam. Den beiden zufolge fehlten die wichtigen Hinweisschilder bereits seit dem Ende des Weberglockenmarkts im Dezember 2025. Diese zeitliche Einordnung lässt sich durch einen Blick auf vergangene Presseartikel bestätigen.

„Das Ganze war eigentlich ein Freibrief für die Rad- und Rollerfahrer“, vermutet das betroffene Paar. Beide hätten bereits negative Erfahrungen mit Fahrzeugen in der eigentlich für Fußgänger reservierten Zone gemacht. Sie betonen: „Für nahezu jeden Fahrrad- und E-Scooter-Nutzer scheint es eine Selbstverständlichkeit zu sein, die als Fußgängerzone ausgewiesene Turmstraße fahrend zu durchqueren.“

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Konkrete Gefahren für die Bevölkerung

Die Situation stellt aus Sicht der Anwohner ein erhebliches Sicherheitsrisiko dar: „Fußgänger, die sich in einer Fußgängerzone sicher fühlen sollten und nicht mit Fahrzeugverkehr rechnen müssten, befinden sich in ständiger Gefahr“, erläutern die beiden Neubrandenburger. Besonders besorgniserregend sei die Lage für Kinder, die sich hier „in großer Gefahr“ befänden. Das Problem beschränke sich nicht nur auf die Turmstraße, sondern betreffe die gesamte Innenstadt.

Interessanterweise standen an den anderen Eingängen zur Fußgängerzone durchgehend die entsprechende Beschilderung. Nur an diesem speziellen Zugang zur Turmstraße klaffte über Monate hinweg eine Lücke in der Verkehrsführung.

Reaktion der Stadtverwaltung

Aus dem Neubrandenburger Rathaus hieß es im Februar auf eine entsprechende Anfrage, dass gemeinsame Kontrollen von Ordnungsamt und Polizei auch für das Jahr 2026 geplant seien. Zudem werde derzeit eine PR- und Marketing-Kampagne mit dem Titel „Richtig Fahrradfahren“ erarbeitet.

Eine direkte Anfrage zu den fehlenden Schildern ließ die Stadtverwaltung zunächst unbeantwortet. Doch am Tag, nachdem die Anfrage verschickt wurde, standen die Schilder wieder am Eingang der Turmstraße. Diese prompte Reaktion nach der Medienanfrage wirft Fragen zum allgemeinen Verwaltungshandeln auf.

Rechtliche Bewertung der Situation

Aus rechtlicher Perspektive handelte es sich bei den zeitweise fehlenden Schildern jedoch vermutlich nicht um einen „Freibrief“ für Rad- und Rollerfahrer. Ein entsprechendes Urteil wurde bereits 2021 vom Amtsgericht Stuttgart gefällt. Darin hieß es deutlich: Wer „Kenntnis von einer verkehrsregelnden Anordnung“ habe, müsse sich daran halten, „auch wenn er nicht an einem Verkehrszeichen vorbeifährt, das diese anordnet“.

In diesem konkreten Fall wurde ein Mann, der mit seinem Fahrrad durch einen Fußgängerbereich gefahren war, zu einer Geldstrafe in Höhe von 35 Euro verurteilt. Dies zeigt, dass die rechtliche Verpflichtung zur Einhaltung von Verkehrsregeln auch bei fehlender Beschilderung bestehen kann.

Aktuelle Regelungen in Neubrandenburg

In Neubrandenburg darf die Turmstraße nur zwischen 19 Uhr und 9 Uhr legal von Fahrradfahrern befahren werden. Darauf wird nun wieder an allen Eingängen durch entsprechende Schilder hingewiesen. Das Thema der Fahrzeugnutzung in Fußgängerzonen wird in der Stadt bereits seit Jahren immer wieder diskutiert und bleibt ein kontroverses Thema zwischen verschiedenen Verkehrsteilnehmern.

Die monatelange Abwesenheit der wichtigen Hinweisschilder hat jedoch deutlich gemacht, wie verwundbar die Sicherheit von Fußgängern sein kann, wenn elementare Bestandteile der Verkehrsführung nicht ordnungsgemäß gewartet werden. Die prompte Wiederaufstellung der Schilder nach Medienanfrage zeigt zudem, dass das Problem bei entsprechender Aufmerksamkeit durchaus lösbar gewesen wäre.

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