Feuerwehr kritisiert Zwangsübernachtung im Flugzeug am Münchner Flughafen
Feuerwehr kritisiert Zwangsübernachtung in Flugzeugen

Feuerwehr übt scharfe Kritik nach Zwangsübernachtung in Flugzeugen

Die unfreiwillige Übernachtung Hunderter Passagiere in Flugzeugen am Münchner Flughafen sorgt weiterhin für erhebliche Diskussionen und kontroverse Reaktionen. Jetzt meldet sich auch die Feuerwehr mit deutlicher Kritik zu Wort und wirft Fragen zum Ablauf der Ereignisse auf.

Alarmierung der Flughafenfeuerwehr unterblieb

Der Bundesvorsitzende der Deutschen Feuerwehr-Gewerkschaft, Siegfried Maier, bestätigte gegenüber der Deutschen Presse-Agentur, dass es nicht zu einer Alarmierung der Flughafenfeuerwehr gekommen ist. Dies sei besonders bedenklich, da Flughafenfeuerwehren über spezielle Ausrüstung verfügen, um in besonderen Situationen Menschen aus Flugzeugen zu evakuieren.

"Flughafenfeuerwehren halten spezielle Treppen vor, um Menschen in besonderen Situationen das Aussteigen aus einem Flugzeug zu ermöglichen", erklärte Maier. "Auch am Flughafen München werden solche Treppen bei der Flughafenfeuerwehr vorgehalten." Der Gewerkschaftsvorsitzende betonte, dass allen Beteiligten wichtige Informationen fehlen, weshalb die Flughafenfeuerwehr nicht zum Einsatz kam.

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Mögliche Evakuierung wäre realisierbar gewesen

Maier machte deutlich, dass bei einem Einsatz der Feuerwehr die Passagiere hätten aussteigen können. "Ein eventueller Transport in ein Flughafengebäude wäre ebenfalls zu organisieren möglich gewesen", unterstrich er. Dafür hätten beispielsweise Fahrzeuge von Feuerwehr und Bundespolizei genutzt werden können.

Der Gewerkschaftschef räumte ein: "Ein Notausstieg und Transport in ein Gebäude wäre vielleicht nicht für alle Betroffenen zeitgleich zu realisieren, aber möglich gewesen." Diese Aussage unterstreicht die Handlungsmöglichkeiten, die in der kritischen Nacht nicht genutzt wurden.

Feuerwehrgewerkschaft fordert Konsequenzen

Die Deutsche Feuerwehr-Gewerkschaft verlangt nun eine gründliche Aufarbeitung des Vorfalls. "Vielleicht gibt es bislang nicht veröffentlichte Gründe dafür, dass die Feuerwehr nicht alarmiert wurde", so Maier. Sollte dies jedoch gar nicht erwogen worden sein, obwohl die Feuerwehr extra für besondere Situationen da ist, "dann muss ein kritisches Hinterfragen nicht nur erlaubt sein, sondern es müssen Schlüsse für die Zukunft gezogen werden".

Hintergrund des Vorfalls

Insgesamt waren in der Nacht zum Freitag vergangener Woche sechs Flüge mit rund 600 Passagieren betroffen, die bereits an Bord waren und eigentlich starten sollten. Als die Flugzeuge wegen des starken Schneefalls wider Erwarten doch nicht abheben durften, fehlten Busse, um die Fluggäste ins Flughafengebäude zurückzubringen.

Zwischen 0.00 Uhr und 5.00 Uhr morgens gilt in München die Nachtflugregelung. Um trotzdem noch möglichst viele Flüge zu ermöglichen, wurde in der Nacht eine Sonderfluggenehmigung eingeholt und Flugzeuge wurden noch bis 1.00 Uhr nachts auf die Rollfelder geschickt. Wegen des massiven Schneefalls konnten die betroffenen sechs Flugzeuge in diesem Zeitfenster nicht abheben.

Pressekonferenz angekündigt

Der Flughafen und die Lufthansa haben für diesen Freitag eine Pressekonferenz zu dem Vorfall angekündigt. In der Einladung dazu heißt es: "Die Flughafen München GmbH und Lufthansa arbeiten intensiv an der Aufklärung der Abläufe." Diese Ankündigung lässt auf eine umfassende Untersuchung und mögliche Transparenz hoffen.

Die Ereignisse werfen grundsätzliche Fragen zur Notfallplanung an Flughäfen auf, insbesondere bei extremen Wetterbedingungen. Die Kritik der Feuerwehr unterstreicht, dass etablierte Sicherheitsmechanismen in dieser Nacht offenbar nicht zum Tragen kamen.

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