Führerschein-Boom trotz hoher Kosten: Rekordprüfungen 2025, doch viele Wiederholungen
Führerschein-Rekord 2025: Boom mit vielen Wiederholungsprüfungen

Führerscheinprüfungen erreichen 2025 historische Höchstmarken

Die Zahl der Führerscheinprüfungen in Deutschland hat im vergangenen Jahr erneut einen Rekordwert erreicht. Nach aktuellen Daten des TÜV-Verbands wurden 2025 insgesamt rund 2,04 Millionen Theorieprüfungen über alle Fahrzeugklassen hinweg absolviert. Dies entspricht einem Anstieg von 1,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahr 2024. Noch deutlicher fiel das Wachstum bei den praktischen Prüfungen aus: Hier wurden etwa 1,89 Millionen Fahrerlaubnisprüfungen durchgeführt, was einem Plus von 4,9 Prozent gegenüber 2024 gleichkommt.

Junge Menschen als treibende Kraft

Die Auswertung, die auf Erhebungen der DEKRA-TÜV-Arbeitsgemeinschaft „arge tp 21“ basiert, zeigt deutlich, dass vor allem junge Menschen den Führerscheinboom antreiben. 68 Prozent der Geprüften waren jünger als 25 Jahre, und sogar 28 Prozent gehörten zur Gruppe der Unter-18-Jährigen. Diese jungen Fahrschüler schneiden überdurchschnittlich gut ab: Bei den unter 18-Jährigen lag die Durchfallquote in der Theorieprüfung für die Klasse B bei nur 35 Prozent und damit neun Prozentpunkte unter dem Gesamtdurchschnitt.

Den Löwenanteil der Prüfungen machen nach wie vor die Pkw-Klassen B und BF17 aus. Auf sie entfallen 80 Prozent der Theorieprüfungen und 73 Prozent der Praxisprüfungen. Weitere 12 Prozent der Prüfungen betreffen Motorrad- und Mopedklassen, während etwa 6 Prozent auf berufsbezogene Führerscheine für Lkw und Bus entfallen.

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Wiederholungsprüfungen als Wachstumstreiber

Auf den ersten Blick erscheinen die Rekordzahlen angesichts der anhaltenden Debatte über hohe Führerscheinkosten überraschend. Der TÜV-Verband erklärt das Wachstum jedoch vor allem mit dem steigenden Anteil an Wiederholungsprüfungen. In den Pkw-Klassen B und BF17 war im Jahr 2025 fast jede dritte Praxisprüfung (31 Prozent) ein Wiederholversuch, bei den Theorieprüfungen lag der Anteil sogar bei 38 Prozent.

„Die Höchststände, die wir seit vielen Jahren erreichen, sind geprägt durch die Wiederholungsprüfungen“, betonte Richard Goebelt, beim TÜV-Verband zuständig für Fahrzeug- und Mobilität, bei der Vorstellung der Statistik. Genau hier sieht der Verband auch den größten Hebel zur Kostensenkung: Weniger Wiederholungen könnten pro Führerscheinerwerb „signifikante Einsparungen von 500 bis 1.000 Euro“ ermöglichen.

Hohe Durchfallquoten und Verkehrssicherheit

Hintergrund für die vielen Wiederholungsprüfungen sind konstant hohe Durchfallquoten. Über alle Fahrzeugklassen hinweg scheiterten 2025 im Durchschnitt 41 Prozent der Kandidaten in der Theorie und 31 Prozent in der Praxis. Beim Pkw-Führerschein lagen die Quoten bei 44 Prozent in der Theorie und 37 Prozent in der Praxis – jeweils inklusive Erst- und Wiederholungsprüfungen.

Gleichzeitig besteht die Mehrheit der Prüflinge im ersten Anlauf, und nach mehreren Versuchen erreichen nahezu alle Kandidaten ihr Ziel: Spätestens mit dem vierten Prüfungsanlauf liegt die Erfolgsquote bei rund 98 Prozent. Mit Blick auf die hohen Durchfallquoten warnt der TÜV-Verband davor, die Kostendebatte um den Führerscheinerwerb mit einer Absenkung der Standards zu beantworten.

Ausbildung und Prüfung müssten als zentrale Säulen der Verkehrssicherheit erhalten bleiben; der Gesetzgeber solle daher nicht an Umfang und Anforderungen sparen. Eine „Fahrprüfung light“ dürfe es nicht geben.

Zukunftsperspektiven und aktuelle Entwicklungen

Parallel zu den Rekordzahlen meldeten Fahrschulen zuletzt rückläufige Anmeldezahlen, was offenbar im Zusammenhang mit der vom Bundesverkehrsministerium geplanten Reform der Fahrausbildung steht. Ein Widerspruch zu den aktuellen Höchstwerten sei das jedoch nicht, betont der TÜV-Verband. Die vorliegenden Auswertungen beziehen sich auf das Jahr 2025; einen Rückgang habe man im Schlussquartal noch nicht feststellen können.

Sollten die Angaben der Fahrschulen zutreffen, werde sich das erst 2026 zeitversetzt in den Prüf-Anmeldezahlen statistisch niederschlagen. Damit bleibt abzuwarten, ob der Führerscheinboom auch in den kommenden Jahren anhalten wird oder ob sich die rückläufigen Anmeldezahlen langfristig auf die Prüfungsstatistik auswirken.

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