Flixbus-Unfall auf A9: Prozess gegen Busfahrer wegen fahrlässiger Tötung beginnt
Flixbus-Unfall: Prozess gegen Busfahrer startet

Flixbus-Unfall auf A9: Prozess gegen Busfahrer wegen fahrlässiger Tötung beginnt

Fast zwei Jahre nach dem verheerenden Flixbus-Unfall auf der Autobahn 9 bei Leipzig startet am Freitag, dem 13. März 2026, der Gerichtsprozess gegen einen der beiden Busfahrer. Der Mann muss sich vor dem Amtsgericht Eilenburg verantworten, wobei die Verhandlung aus Platzgründen am Landgericht Leipzig stattfinden wird.

Vier Tote und 46 Verletzte bei tragischem Unglück

Am 27. März 2024 kam es nördlich von Leipzig zu einem schweren Verkehrsunfall, der vier Menschen das Leben kostete. Ein Doppelstockbus des Unternehmens Flixbus, der auf der Strecke von Berlin nach Zürich unterwegs war, kippte auf die Seite. Unter den 52 Reisenden und zwei Fahrern an Bord starben vier Frauen im Alter von 19, 20, 43 und 47 Jahren. Weitere 46 Fahrgäste erlitten teils schwere Verletzungen, die Rettungskräfte benötigten drei Stunden, um das Fahrzeug mit Gurten aufzurichten und die Opfer zu bergen.

Anklage wegen fahrlässiger Tötung und Körperverletzung

Der Busfahrer steht nun wegen fahrlässiger Tötung in vier Fällen und fahrlässiger Körperverletzung in 46 Fällen vor Gericht. Laut Staatsanwaltschaft verlor der damals 62-jährige Mann bei einer Geschwindigkeit von fast 100 km/h die Kontrolle über den Bus. Die Ermittler gehen davon aus, dass er die im Verkehr erforderliche Sorgfalt verletzt und dadurch den Unfall verursacht hat. Ein Gutachten ergab, dass das Fahrzeug keinerlei technische Mängel aufwies, und der Fahrer stand nicht unter dem Einfluss von Alkohol, Drogen oder Medikamenten. Auch die Lenk- und Ruhezeiten seien eingehalten worden.

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Verhandlung in Leipzig wegen großer Nebenklägerzahl

Die Verhandlung findet nicht wie ursprünglich geplant in Eilenburg, sondern am Landgericht Leipzig statt. Ein Sprecher des Amtsgerichts Eilenburg betonte, man habe sich lediglich den größeren Saal ausgeliehen, da nicht abzusehen sei, wie viele Nebenkläger erscheinen würden. Für den Prozess ist aktuell nur ein Termin angesetzt, mit einem Urteil ist noch am selben Tag zu rechnen. Dieser Fall hat nicht nur juristische, sondern auch gesellschaftliche Dimensionen, da er Fragen zur Sicherheit im Reiseverkehr und zur Verantwortung von Fahrpersonal aufwirft.

Die tragischen Ereignisse haben die Opferfamilien und Helfer nachhaltig geprägt, wie in früheren Berichten dargelegt wurde. Der Prozess wird nun klären, inwieweit dem Fahrer ein Verschulden nachgewiesen werden kann und welche Konsequenzen sich daraus ergeben. Die Aufarbeitung dieses Unglücks bleibt ein wichtiger Schritt für alle Beteiligten und die Verkehrssicherheit insgesamt.

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