Frankreich hat seinen Flugzeugträger Charles de Gaulle sowie dessen Begleitschiffe näher an die strategisch wichtige Straße von Hormus verlegt. Wie das Verteidigungsministerium in Paris mitteilte, haben die Schiffe den Suezkanal passiert und Kurs auf das südliche Rote Meer genommen. Ziel dieser Vorverlegung ist es, die Reaktionszeit für eine geplante neutrale Marine-Mission zu verkürzen, die nach einem Ende der aktuellen Kampfhandlungen beginnen soll.
Hintergrund der Mission
Die Mission wird unter der gemeinsamen Führung Frankreichs und Großbritanniens vorbereitet. Das multinationale Vorhaben sieht vor, Handelsschiffe bei der Durchfahrt durch die Meerenge zu begleiten und zu schützen. Mehr als 40 Länder haben bereits ihre Unterstützung zugesagt. Auch Deutschland beteiligt sich und verlegt das Minenjagdboot „Fulda“ in Richtung Mittelmeer.
Ziele und Bedeutung
Die Verlegung der Schiffe dient laut Ministerium der operativen Erkundung und Vorbereitung der Mission. Sie soll der Handelsschifffahrt mehr Sicherheit geben und zusätzliche Optionen für eine Lösung der Krise bieten. Gleichzeitig betonte das Ministerium, dass die Bewegung der französischen Schiffe nichts mit der militärischen Konfrontation zwischen den USA, Israel und Iran zu tun habe.
Angriff auf französisches Schiff
Kurz vor der Verlegung war ein Schiff der französischen Reederei CMA CGM in der Straße von Hormus angegriffen worden. Der unter maltesischer Flagge fahrende Frachter „San Antonio“ wurde bei dem Angriff beschädigt, mehrere Crewmitglieder wurden verletzt und evakuiert. Die Reederei mit Sitz in Marseille nannte keine weiteren Details zu dem Angriff und machte keine Angaben zur Verantwortlichkeit.
Auswirkungen auf die Schifffahrt
Seit Beginn des Irankriegs hat Teheran den Schiffsverkehr durch die für die Weltwirtschaft bedeutende Straße von Hormus weitgehend blockiert. Hunderte Schiffe wurden gestoppt, etwa ein Fünftel des globalen Ölhandels kam praktisch zum Erliegen. Die USA hatten am Montag einen Einsatz zur Sicherung der Durchfahrt begonnen, doch Präsident Donald Trump kündigte an, diesen „für kurze Zeit“ auszusetzen.



