Früh-ICE-Verbindung zwischen Mecklenburg-Vorpommern und Hamburg gerettet
Für Pendler und Reisende in Mecklenburg-Vorpommern gibt es eine erfreuliche Nachricht: Der Früh-ICE von Rostock über Schwerin nach Hamburg wird ab dem 15. Mai 2026 wieder verkehren. Dies teilte Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) am Freitag mit. Besonders attraktiv ist, dass die Verbindung mit Nahverkehrstickets wie dem Deutschlandticket, Einzelfahrkarten, Seniorentickets oder Azubi-Tickets genutzt werden kann. Damit bleibt eine wichtige morgendliche Verbindung für Berufspendler erhalten, von denen laut Stadt Schwerin etwa 1400 täglich zwischen der Landeshauptstadt und Hamburg pendeln.
Land finanziert Angebot mit Regionalisierungsmitteln
Die Landesregierung Mecklenburg-Vorpommern setzt für die Finanzierung dieses Angebots Regionalisierungsmittel ein. Schwesig betonte: „Anders als ursprünglich von der Bahn geplant, wird es weiterhin eine frühe ICE-Verbindung von Rostock über Schwerin nach Hamburg geben. Auch die Spätverbindung von Hamburg nach Rostock bleibt erhalten.“ Sie zeigte sich zuversichtlich, dass die Verbindung gut angenommen wird, und verwies darauf, dass das Angebot sogar verbessert wurde.
Verzögerungen bei Bauarbeiten und gestaffelte Inbetriebnahme
Ursprünglich sollte die Frühverbindung mit Abschluss der Generalsanierung im Korridor Berlin-Hamburg entfallen, was zu Protesten führte. Die Bauarbeiten verzögerten sich jedoch aufgrund frostigen Winterwetters. Die geplante Freigabe der Bahntrasse am 30. April konnte nicht eingehalten werden. Stattdessen wird der Zugverkehr nun in zwei Stufen wiederaufgenommen: Ab dem 15. Mai können Züge über den fertiggestellten nördlichen Abschnitt von Hamburg bis Hagenow Land fahren. Die vollständige Wiederinbetriebnahme der Strecke Hamburg-Berlin erfolgt erst zum kleinen Fahrplanwechsel am 14. Juni.
Politische Reaktionen und Kritik
Henning Foerster, verkehrspolitischer Sprecher der Linksfraktion im Landtag, begrüßte zwar die Rettung des Früh-ICE für Pendler, kritisierte aber die Bauverzögerungen scharf. Er forderte einen kontinuierlichen Dialog mit dem Bahnvorstand, um künftige Terminzusagen einzuhalten. Gleichzeitig übte er scharfe Kritik an CDU-Chef Daniel Peters, dessen Forderung nach einem Bahngipfel er als „seriös“ bezeichnete, aber wenig effektiv nannte: „Wie ein Tiger abzuspringen und einen Bahngipfel am Rande der Wirtschaftsausschusssitzung im Schloss zu fordern, bringt keine Punkte.“
EuGH-Urteil zu Trassenpreisen droht mit Milliardenkosten
Neben den Bauverzögerungen könnte auf Mecklenburg-Vorpommern weitere finanzielle Belastungen zukommen. Der Europäische Gerichtshof (EuGH) hat entschieden, dass die deutsche Regelung zur Deckelung der Schienennutzungspreise im Nahverkehr rechtswidrig ist. Die Berechnung der Trassenpreise verstoße gegen EU-Vorgaben, da sie zu unflexibel sei. Laut Bundesverband Schienennahverkehr (BSN) drohen regionalen Verkehrsunternehmen dadurch Mehrkosten in Milliardenhöhe.
Die Landesregierung in Schwerin fordert Unterstützung vom Bund. Ines Jesse, Staatssekretärin im Wirtschaftsministerium, erklärte: „Die zusätzlichen Lasten im Nahverkehr könnten die Länder nicht allein tragen. Deshalb muss Berlin in diesem Punkt zeitnah für Klarheit sorgen.“ Dies unterstreicht die wachsenden Herausforderungen für den regionalen Bahnverkehr, trotz der positiven Nachricht zur ICE-Verbindung.



