Gefährliche Irrfahrt auf dem Highway: Lkw-Fahrer versteht keine Verkehrsschilder
Eine spektakuläre Geisterfahrt hat am Mittwochmorgen auf dem US-Highway 61 bei Troy im Bundesstaat Missouri für Aufsehen gesorgt. Gegen 8 Uhr Ortszeit bewegte sich ein voll beladener Sattelzug über mehrere Kilometer in falscher Fahrtrichtung durch den Gegenverkehr. Die Missouri State Highway Patrol bestätigte, dass der Vorfall glücklicherweise ohne Kollision endete.
Video zeigt 80-Tonnen-Truck im Gegenverkehr
Ein von den Behörden veröffentlichtes Video dokumentiert die brenzlige Situation: Der etwa 80 Tonnen schwere Lastwagen braust entgegen der vorgeschriebenen Fahrtrichtung über die mehrspurige Straße. Bemerkenswerterweise hatte der Fahrer sein Warnblinklicht eingeschaltet, was darauf hindeutet, dass ihm die Gefährlichkeit seiner Situation möglicherweise bewusst war. Erst nach mehreren Kilometern fand der Truckfahrer eine Gelegenheit, wieder in die richtige Richtung abzubiegen.
Sprachprobleme trotz gültiger Fahrerlaubnis
Die anschließende Überprüfung durch die Polizei offenbarte erschreckende Defizite: Der aus Somalia stammende Lkw-Fahrer besaß zwar einen gültigen Führerschein aus Minnesota, konnte jedoch grundlegende Verkehrsschilder nicht lesen oder verstehen. Beamte berichteten, dass der Mann einen vorgeschriebenen Englisch-Sprachtest nicht bestanden hatte und erhebliche Kommunikationsprobleme aufwies.
Dies wirft ernste Fragen auf, denn für den Erwerb einer kommerziellen Fahrerlaubnis (CDL-Lizenz) in den USA sind nachweisliche Englischkenntnisse gesetzlich vorgeschrieben. Verschiedene Behörden prüfen nun, wie der Fahrer trotz dieser offensichtlichen Mängel seine Lizenz erhalten konnte. Die Transportfirma, für die der Mann arbeitete, hat sich bislang nicht zu dem Vorfall geäußert.
Systematische Probleme bei Fahrerprüfungen
Der Fall reiht sich ein in eine Reihe von Kritikpunkten am amerikanischen System für kommerzielle Fahrer-Lizenzen. Zwar existieren bundesweite Mindeststandards für Fahrpraxis, Theorieprüfung und Sprachkenntnisse, doch die praktische Umsetzung obliegt den einzelnen Bundesstaaten.
Kritiker bemängeln seit langem:
- Uneinheitliche Prüfungsverfahren zwischen den Staaten
- Unzureichende Kontrolle der Sprachvoraussetzungen
- Vereinzelte Betrugsfälle bei Prüfungen
Besondere Aufmerksamkeit erregte ein schwerer Unfall im August 2025 in Florida, bei dem drei Menschen starben. Der verantwortliche Lkw-Fahrer hatte zuvor mehrfach Teile der CDL-Prüfung nicht bestanden.
Der Geisterfahrer aus Missouri wurde nach seiner gefährlichen Fahrt von der Polizei gestoppt, verwarnt und „out of service“ gesetzt – er darf vorerst keinen Lastwagen mehr führen. Der Vorfall unterstreicht die dringende Notwendigkeit für strengere Kontrollen und einheitlichere Standards im amerikanischen System der kommerziellen Fahrerausbildung.



