Grambin setzt auf selbst gestaltetes Verkehrszeichen für mehr Sicherheit
In der Gemeinde Grambin im Landkreis Vorpommern-Greifswald ist ein ungewöhnliches Verkehrsschild zu sehen, das Autofahrern auf der Strecke von Mönkebude nach Grambin kurz nach dem Ortseingang auffallen könnte. Bei dem Schild handelt es sich um eine Eigenkreation der Gemeindevertretung, die darauf abzielt, Radfahrer davon abzuhalten, auf der falschen Straßenseite zu fahren.
Rechtliche Grundlage und Absprache mit Behörden
Ein Einwohner von Grambin brachte in der jüngsten Sitzung der Gemeindevertreter die Frage auf, ob das selbst gestaltete Verkehrszeichen überhaupt verkehrsrechtlich zulässig und vom Ordnungsamt genehmigt sei. Marvin Schenkel, Gemeindevertreter in Grambin, versicherte daraufhin, dass das Schild ausdrücklich mit dem zuständigen Ordnungsamt abgestimmt worden ist. "Es gibt leider genügend Fahrradfahrer, die trotz eindeutiger Beschilderung nicht wissen, auf welcher Seite sie fahren müssen", erklärte Schenkel die Motivation hinter der Aktion.
Gefährliche Situationen im Dorf vermeiden
Die Installation des Schildes erfolgte vor dem Hintergrund wiederkehrender gefährlicher Situationen im Dorf. Besonders an neuralgischen Punkten wie der Feuerwehr könne es zu kritischen Begegnungen kommen, wenn Radfahrer in Kurven auf der falschen Seite unterwegs sind. "Wenn jemand in der Kurve auf der falschen Seite fährt, weil dort ein Fahrradstreifen verläuft, und dann plötzlich Gegenverkehr auftaucht, kann das böse enden", erläuterte Schenkel die potenziellen Risiken. Aus diesem Grund habe der Gemeinderat reagiert und entsprechende Hinweisschilder mit der Aufschrift 'Bitte nicht auf dieser Seite fahren' anbringen lassen.
Diskussion über Wirksamkeit der Maßnahme
Ein Grambiner Einwohner äußerte jedoch Zweifel an der tatsächlichen Wirkung des selbst gestalteten Verkehrszeichens. "Ich beobachte regelmäßig, wie Leute mit ihren E-Bikes mit hoher Geschwindigkeit an dieser Stelle vorbeibrausen. Die Schilder sind zwar eine nette Geste, aber in der Praxis absolut wirkungslos, weil sie von den meisten schlicht ignoriert werden", kritisierte der Anwohner. Bürgermeisterin Simone Stein betonte hingegen, dass es sich bei der Aktion um einen Versuch handle, die Verkehrssicherheit in der Gemeinde zu erhöhen. Die Wirksamkeit der Maßnahme müsse sich in der Praxis erst noch zeigen.
Das selbst gestaltete Verkehrszeichen zeigt ein durchgestrichenes Fahrrad und soll Radfahrer eindeutig darauf hinweisen, dass sie auf dieser Straßenseite nicht fahren dürfen. Die Gemeinde Grambin hofft, mit dieser unkonventionellen Lösung langfristig zu mehr Sicherheit für alle Verkehrsteilnehmer beizutragen.



